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Lage in Japan spitzt sich stündlich zu – atomare Katastrophe droht

Lage in Japan spitzt sich stündlich zu – atomare Katastrophe droht

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/vizpix/5529038135/sizes/m/in/photostream/##daveeza
Man könnte fast schon meinen, dass die Katastrophe durch das schlimmste Erdbeben seit dem zweiten Weltkrieg und den darauffolgenden Tsunami in den Hintergrund tritt. Stündlich kommen undurchsichtige, nicht einzuordnende und trotzdem oder gerade deswegen entsetzliche Nachrichten über das Atomkraftwerk Fukushima ans Tageslicht. Schlechtes Krisenmanagement des hochtechnisierten Landes?

Ingenieure und Experten haben das AKW verlassen und zur Zeit befinden sich nach Angaben der Behörden nur noch 50 Techniker auf dem größtenteils bereits zerstörten Gelände des Kernkraftwerkes. Sie sollen die wohl kaum noch aufzuhaltende Katastrophe abmildern. Wie weiß bisher niemand.

Die Betreiber schweigen sich aus, zuviel ist wohl in der Vergangenheit auch geschlampt worden. Wie sollen 50 einsame Experten es jetzt noch schaffen, was Tage zuvor nicht bewältigt werden konnte. Da fällt einem mit Grausen das bekannte Wort „Kamikaze“ ein. Trotzdem sollte niemand die Hoffnung aufgeben, dass es nicht zu dem prognostizierten und immer näher rückenden Super-Gau kommt.

Das deutsche Außenminister hat bereits Mitarbeiter angewiesen, den Großraum Tokio zu verlassen. Vor Reisen nach Japan wird ebenfalls gewarnt. Die Sendeanstalten haben ebenfalls teilweise ihre Korrespondenten nach Osaka umgezogen. Ihnen gebührt besondere Achtung für ihre unermüdliche Berichterstattung, denn auch sie tappen ja wie fast alle Menschen auf der ganzen Welt im Ungewissen durch die scheibchenweise Informationspolitik. Jetzt meldete sich sogar der Kaiser Akihito persönlich und tröstend im Fernsehen.

Es kann nur immer wieder unermüdlich inständig gehofft werden, dass der drohende atomare Gau noch in den Griff zu bekommen ist, obwohl fast nichts mehr dafür spricht. Unabhängig von dieser immer näher rückenden Katastrophe geht es den Menschen, die besonders hart vom Tsunami und dem starken Erdbeben betroffen wurden, immer schlechter. Es ist kalt, es schneit sogar teilweise, es gibt keinen Strom, Wasser und Lebensmittel werden immer knapper und es ist kein Ende abzusehen.

Man kann nur ganz fest vertrauen darauf, dass Japan dieses entsetzliche Desaster so schnell wie möglich wieder in den Griff bekommt. Auch wenn es noch Jahre dauern wird, die Schäden zu beseitigen. Jetzt geht es vorrangig darum, allen betroffenen leidenden Menschen im gebeutelten Land der aufgehenden Sonne beizustehen und ihnen wie und wo immer man kann zu helfen.