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Lage in Ägypten eskaliert weiter: 35 Tote, Plünderungen, Übergriffe auf Hotels

Lage in Ägypten eskaliert weiter: 35 Tote, Plünderungen, Übergriffe auf Hotels

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/collina/5389147940/sizes/m/in/set-72157625907267216/##Collin David Anderson
Die Lage in Ägypten wird immer unübersichtlicher und eskaliert weiter. Mittlerweile gibt es 35 Tote, darunter 10 Polizisten zu beklagen, Randalierer richteten jetzt ihre Wut sogar gegen Hotels, es gab viele Plünderungen und Zerstörungen. Betroffen hiervon auch das bekannte Ramses-Hotel in Kairo.

Wegen der Ausschreitungen haben jetzt arabische Prinzen und Geschäftsleute das mittlerweile unsicher gewordene Land verlassen. Sie seien mit Privatflugzeugen entkommen war zu hören. Allerdings habe nach Auskunft eines Verantwortlichen am Internationalen Flughafen in Kairo kein ägyptischer Politiker das Land verlassen.

Trotz Ausgangssperre gehen die Proteste weiter. Mittlerweile waren auch Schüsse zu hören und die Gewalt nimmt zu. Letzte Nacht hatte sich Präsident Hosni Mubarak zu den Unruhen geäußert. Er richtete in einer Rede Vorwürfe an seine „Mitbürger“, dass die Pressefreiheit die Demonstrationen erst ermöglicht habe. Zynischer kann man ja nicht sein. Weiterhin wolle er das Kabinett umbilden, an Rücktritt nicht zu denken. US-Präsident Obama appellierte nunmehr an Mubarak, die Gewalt gegen die Proteste zu beenden und Reformen einzuleiten. Solche Worte waren ebenfalls von Bundeskanzlerin Merkel zu hören.

Die europäischen Staaten und die USA sind in einer schwierigen Situation gegenüber Ägypten. Hatte man doch jahrzehntelang Mubarak akzeptiert, es herrschte von Ägypten her einigermaßen Ruhe im arabischen Raum. Das war auch für Israel, das sich mittlerweile durch die Unruhen im ganzen Umfeld größte Sorgen macht, ein positiver Faktor. Der Nahe Osten wird inzwischen zu einem immer gefährlicheren Brennpunkt der Welt. Das war er zwar immer, aber durch die, vielleicht sogar positiv zu bewertenden freiheitlichen Unruhen, kann trotzdem, gerade in Ägypten noch vieles verändert werden, auch nicht unbedingt zum Besseren. Geklärt ist die Lage dort noch lange nicht.