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Kritik an Investmentbanken von Präsident der Sparkassen

Kritik an Investmentbanken von Präsident der Sparkassen

Nach Meinung des Sparkassenverbandes Niedersachsen haben die Investmentbanken aus der Finanz- und Wirtschaftskrise keine Konsequenzen gezogen. Es werden weiterhin risikoreiche Geschäfte getätigt und es herrscht eine Mentalität wie in der Spielbank.

Thomas Mang, Präsident des Sparkassenverbands, sagte, dass es ihn ärgern würde zu beobachten, dass Investmentbanken derzeit daran arbeiten würden Ideen zu finden, um auch weiterhin schnelles Geld verdienen zu können. Er habe das Gefühl, dass man gar nicht so schnell regulieren könne, wie Ideen gefunden werden, um neue Geschäfte zu tätigen.

Im vergangenen Jahr haben Investment- und Großbanken Gewinne in Milliardenhöhe erzielen können. Manager haben dabei wieder satte Boni eingestrichen. Deshalb fordert Mang einen Wandel des Bewusstseins in der Bankenbranche. Er sagte, dass man an der Spitze bei den Vorständen anfangen müsse, denn die Angestellten der Banken würden nur die Anweisungen von „oben“ umsetzen.

Damit Spielräume tatsächlich eingeengt werden sollten internationale Lösungen angestrebt werden. Nationale Alleingänge würden in diesem Bereich zu nichts führen. Denn alle Großbanken hätten die Möglichkeit sofort auf nationale Änderungen zu reagieren und ihre Geschäfte weltweit umzuleiten, so dass sie von nationalen oder regionalen Regulierungen kaum betroffen wären.

Kreditinstitute, die regional ansässig sind wären hier klar im Nachteil, da sie solch eine Geschäftspolitik nicht umsetzen können. Mang führte weiter aus, dass man keine Anreize schaffen solle, Geschäfte rund um den Globus zu verteilen, die Risiken aber lokal zu belassen.

Mang äußerste harsche Kritik an der beschlossenen Bankenabgabe und den verschärften Regelungen für die Kreditinstitute. Aus seiner Sicht sei es ein Fehler die Sparkassen und Volksbanken einzubeziehen. Diese Kreditinstitute hätten dabei geholfen, die Krise zu beseitigen. Sie hätten aber keinen Anteil am Verursachen der Krise. Es wäre sehr problematisch, dass nun diejenigen die Zeche zahlen müssten, die den Karren bisher gezogen haben.

Außerdem hat Mang Kritik an den Ideen, die Systeme zur Sicherung der Kreditinstitute zu verschärfen, geäußert, wonach die Banken verpflichtet werden sollen künftig Einzahlungen vorzunehmen. Bei den Volksbanken und Sparkassen sei praktisch ein Insolvenzschutz gegeben, da man eigene Sicherungssysteme, wie beispielsweise den Sparkassenstützungsfonds, hätte. Durch die schärfere Regelung zur Eigenkapitalvorschrift wären insbesondere die Sparkassen betroffen, denn sie hätten nicht die Möglichkeit bei ihren Anteilseignern frisches Geld einzufordern. Mang warnte, dass die Summe, dieser Fakten eine erhebliche Abschöpfung der Finanzkraft innerhalb der Bankenbranche bedeutet. Dadurch würde die Politik den Spielraum, der den Banken bisher bei der Vergabe von Krediten eingeräumt war, immens einengen. Besonders wäre der Mittelstand hiervon betroffen.

(Quelle: Nürnberger Nachrichten)