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Krankenkassen: Wie sich das bürokratische Monster der Zusatzbeiträge verhält

Krankenkassen: Wie sich das bürokratische Monster der Zusatzbeiträge verhält

Seit kurzem erheben mehrere Krankenkassen Zusatzbeiträge. Hiermit geht ein deutlich höherer Verwaltungsaufwand einher. Außerdem erhalten die Krankenkassen-Mitglieder damit neue Pflichten. Die Krankenkassen, die einen Zusatzbeitrag erheben informieren ihre Versicherten schriftlich über den Beitragszuschlag und dessen Fälligkeit. Dabei kann die Rechnung entweder per Überweisung oder Bankeinzug gezahlt werden.

Sollte eine Rechnung einmal nicht beglichen werden, erinnern die Krankenkassen beispielsweise telefonisch an den versäumten Zahlungstermin. Sollte hierauf die Zahlung immer noch nicht erfolgen wird ein amtsgerichtliches Mahnverfahren eingeleitet. Schlimmstenfalls kommt es zur Gehaltspfändung über den säumigen Betrag. Eine verwaltungstechnisch sehr aufwändige Angelegenheit, die durch Inkasso-Gebühren schnell sehr teuer werden kann. Eine Kündigung des Mitglieds ist allerdings durch die Krankenkasse nicht möglich. Der Versicherungsschutz bleibt auch bei säumigen Zahlungen der Extra-Prämie aufrecht erhalten.

Von der Zahlung des Zusatzbeitrags ist niemand befreit. Hartz IV-Empfänger werden genauso zur Kasse gebeten wie Menschen, die ein regelmäßiges Einkommen haben. In absoluten Härtefällen kann die Agentur für Arbeit aber auch die Kosten übernehmen. Wer sich den zusätzlichen Beitrag nicht leisten will oder kann, sollte von seinem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machen und zu einer Krankenkasse ohne Zusatzbeitrag wechseln. Fraglich ist jedoch wie lange die neue Krankenkasse ohne Extra-Beitrag auskommt.

Derzeit ist die maximale Höhe der Extraprämie auf ein Prozent des Bruttolohnes beschränkt. Zieht man die Beitragsbemessungsgrundlage heran ist Zusatzbeitrag bei maximal 37,50 Euro gedeckelt. Allerdings sind die meisten Krankenkassen, die aktuell den Beitrag erheben auf einem Niveau von unter acht Euro. Dieser Betrag gilt als Schallmauer, denn sollte der geforderte Beitrag darüber liegen muss die betreffende Krankenkasse eine intensive Einkommensprüfung durchführen.

Aktuell gibt es mehrere Krankenkassen, die zusätzlich Rabatte gewähren, wenn sie die Extraprämie erheben. Fraglich ist auch, ob das bürokratische Monster die zusätzlichen Einnahmen der Krankenkassen nicht wieder auffrisst. Dann wäre leider nicht viel gewonnen bei den betreffenden Krankenkassen.
(Quelle: Neue Westfälische)