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Krankenkassen: Gesundheitsfonds liegt im Minus

Krankenkassen: Gesundheitsfonds liegt im Minus

Der Gesundheitsfonds, der die Krankenkassen finanziell unterstützen soll schreibt schon im ersten Jahr nach seiner Einführung rote Zahlen. Dagegen vermelden mehrere Krankenkassen hohe Überschüsse (Finanzzeug hat berichtet). Das Defizit des Gesundheitsfonds, der den gesetzlichen Krankenkassen finanzielle Mittel zuweist, liegt bereits in seinem ersten Jahr bei 2,5 Milliarden Euro. Das Bundesgesundheitsministerium hat mitgeteilt, dass das Minus auf die Finanz- und Wirtschaftskrise zurückzuführen wäre und in den nächsten Jahren sukzessive abgebaut würde. Dem gegenüber steht ein Überschuss von 1,07 Milliarden Euro bei den Krankenkassen. Die Bundesbehörde bekundete weiter, dass die finanzielle Unterstützung aus dem Fonds den Rücklagenaufbau fördern würde, der gesetzlich gefordert wird.

Der aus dem vergangenen Jahr stammende Finanzüberschuss bei den Kassen sagt jedoch nichts über die wirtschaftliche Lage einzelner Krankenkassen aus. Ein Teil der Krankenkassen hat eine gute Finanzsituation, andere sind angeschlagen und haben größte finanzielle Probleme und kündigen Zusatzbeiträge an oder haben diese schon eingeführt. Jede Krankenkasse erhält aus dem neu geschaffenen Gesundheitsfonds Gelder. Dabei spielt die Einnahmesituation der jeweiligen Kasse keine Rolle. Die Finanzierung des Fonds kommt über Steuermittel und Beitragseinnahmen zustande.

Das Defizit der gesetzlichen Krankenkassen wird nach den Erwartungen der Experten des Bundesversicherungsamts, der Krankenkassen und des Bundesversicherungsministeriums auf fast acht Milliarden Euro geschätzt. Der Bund übernimmt mittels eines Sonderzuschusses 3,9 Milliarden Euro, damit weitere Ausfälle, die krisenbedingt sind gemildert werden können. Eine der größten Sorgen der Krankenkassen und Politik sind die stark gestiegenen Ausgaben für Arzneimittel. In diesem Bereich sind die Kosten auf 30,7 Milliarden Euro angewachsen, was einer Erhöhung um 5,3 Prozent entspricht.

(Quelle: Focus)