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Krank durch Fliegen – Gift in der Flugzeug-Kabinenluft?

Krank durch Fliegen – Gift in der Flugzeug-Kabinenluft?

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/flight/337687403/sizes/m/in/photostream/##airbusky
Wird man tatsächlich krank durch das Fliegen?

Seit kurzem gibt es eine Debatte innerhalb der Fluggesellschaften über giftige Öldämpfe. Flugbegleiter und Piloten fürchten Vergiftungsgefahren in der Kabinenluft.

Die Flugangestellten berichteten über schwere Erkrankungen, die bis zur Berufsunfähigkeit führen können.

Das Problem giftiger Öldämpfe in den Kabinen ist bekannt, es wurde aber von den deutschen Fluggesellschaften bisher immer gedeckelt.

Allerdings ist jetzt laut eigenen Informationen der NDR in den Besitz eines vertraulichen Papieres des BDF (Bundesverband deutscher Fluggesellschaften) gekommen. Daraus geht hervor, dass man sich bei den Airlines bereits große Sorgen um die Öldämpfe und seinen guten Ruf macht.

Jörg Handwerg (Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit) kennt die Unterlage des BDF. Er sagt: „Der Eindruck ist, dass hier eine sehr große Angst besteht dass sich das negativ aufs Geschäft auswirken kann. Das ist ein Problem, das Tausende von Flugzeugen weltweit betrifft, und man möchte kein Geld ausgeben.“

Der BDF möchte zur Zeit keine Stellung beziehen, so die Sprecherin Carola Scheffler. Das Dokument vom 16. Juni 2010 sei ein „allererster Entwurf“. Öffentlich kam das Problem Kabinenluft auch auf einer Arbeitsschutzkonferenz der Gewerkschft ver.di Mitte Mai und einem Bericht des ARD-Magazins „Plusminus“ zur Sprache.

In Australien gibt es bereits ein Gerichtsurteil , mit dem einer Stewardess im April 2010 eine hohe Entschädigung zugesprochen worden war. Die Angestellte war durch Öldämpfe im Flieger krank geworden.

Die deutschen Airlines befürchten vor allen Dingen, dass das Problem nicht nur ihre Angestellten sondern natürlich auch Passagiere, vor allen Dingen Vielflieger, aber auch Menschen, die bereits nach einmaligem Einatmen gesundheitliche Beeinträchtigungen haben könnten, betreffe.

In einem vertraulichen Papier heißt es weiter, dass bereits Air Berlin und Condor von den sechs betroffenen Airlines „erste technische Präventivmaßnahmen“ getroffen haben sollen. Allerdings, so Handwerg, Cockpit-Sprecher, möchte man das Problem nicht anerkennen und so fordert er eine unabhängige und umfassende Untersuchung.

Die Airlines befürchten eine massive Sicherheitsdebatte, rückläufige Passagierzahlen und so werden die Probleme der Kontamination möglichst heruntergespielt und unter Verschluss gehalten. Zudem geht es natürlich wie immer um eine Menge Geld.