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KPMG-Studie: M&A-Aktivitäten werden im Ausland von Schwellenländern verstärkt

KPMG-Studie: M&A-Aktivitäten werden im Ausland von Schwellenländern verstärkt

Die Übernahmen in der zweiten Jahreshälfte von Unternehmen aus den Schwellenländern in den Industrienationen nehmen zu. Die Größe der Unternehmensübernahmen hat sich im zweiten Halbjahr 2009 auf 35,4 Milliarden US-Dollar gesteigert. Noch in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres waren es 14,1 Milliarden US-Dollar. Besonders die Übernahmen aus Staaten wie Russland, Indien, China und Brasilien sind von 78 auf 102 angestiegen. Die Entwicklung in entgegengesetzter Richtung geht weiter zurück. In diesem Bereich sind die Übernahmen von Unternehmen aus den Industrienationen von 259 auf 216 gesunken. Damit wurde eine Minderung um 16,6 Prozent verzeichnet. Die Höhe der Transaktionen hat sich im ersten Halbjahr 2009 von 23,8 Milliarden US-Dollar auf 18,3 Milliarden verringert. Insgesamt haben sich die Transaktionen somit um 23,8 Prozent vermindert. Laut den Ergebnissen einer von KPMG in Auftrag gegeben Analyse, der Datenbak Zephyr, die auf M&A-Deals spezialisiert ist, haben die Zahlen sich wie zuvor beschrieben entwickelt.

Thorsten Amann, Partner der KPMG sagte dazu, dass die Unternehmen in den Schwellenländern die Rezession schneller überwinden konnten und teilweise wesentlich stärker aus der Krise kommen. Seit dem Jahr 2007 würde das Interesse an Übernahmen von Unternehmen, die in den Schwellenländern sitzen, konstant sinken. Es wäre bislang nicht einmal absehbar, wann dieser Trend sein Ende findet.

Bisher hat Indien die Liste der M&A-Aktivitäten angeführt. Im Jahr 2009 hat jedoch China diese Position übernommen. Schon im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres sind 20 Deals abgeschlossen worden. In der zweiten Jahreshälfte haben Unternehmen aus China noch einmal kräftig nachgelegt und weitere 30 Deals unter Dach und Fach gebracht. Im Nahen Osten ist die Entwicklung prozentual gesehen sehr hoch. Hier konnte ein Plus von mehr als 300 Prozent verzeichnet werden. Die Übernahmen aus dem Nahen Osten heraus sind von fünf auf 17 angewachsen.

Amann sagte zu dieser Entwicklung, dass man sogar mit einer Beschleunigung dieses Trends rechnen würde. Viele würden die beginnende Aktivität der staatlichen Fonds als Zeichen werten, dass die Marktpreise im unteren Bereich angekommen sind. Zudem werden sich andere Player der Schwellenländer um Unternehmensübernahmen umsehen. Allerdings wird der Fokus dann nicht mehr, wie bisher, auf Unternehmen liegen, die durch die Finanz- und Wirtschaftskrise in eine Schieflage geraten sind. Vielmehr ist die Phase abgeschlossen in der man sich überhaupt in den ausländischen Märkten positionieren wollte. Vielmehr ginge es jetzt primär darum Unternehmen in den Industrienationen zu finden, die gut geführt und solide sind. Aus Sicht der Unternehmen in den Schwellenländern ist man mit diesen Firmen gut aufgestellt, um international zu expandieren.

(Quelle: KPMG)