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Korruption in allen Wirtschaftsbereichen

Korruption in allen Wirtschaftsbereichen

Viele bedeutende Firmen der deutschen Wirtschaft sind in Bestechungen und Korruption verwickelt. Es geht um angesehene Unternehmen wie Daimler, Siemens, Thyssen, die Bahn und auch MAN.

Es wird immer kritischer und riskanter sich auf so etwas einzulassen. Vor allem ist es auch nicht wirklich rentabel, die Effizienz ist nur von kurzer Dauer, auf lange Sicht gesehen ist der Nachteil, der sich durch Schäden an der Wirtschaft zeigt viel größer als der kurze Gewinn.

Es ist ein Manager von DaimlerChrysler in einer Vernehmung in Nigeria fast um den Verstand gekommen. Die US-Börsenaufsicht SEC hatte Juristen damit Beauftragt ihn zu Bestechungsgelder anszuhören. Suizid: der Manager wählte im Sommer 2005 den Freitod. Bis heute ist nicht nachgewiesen, ob der DaimlerChrysler Manager wirklich was damit zu tun hatte. Jedoch spricht ein Suizid seine eigene Sprache.

Seit diesem tragischen Vorfall hat sich bei DailmerChryler hinsichtlich Bestechung etc. einiges getan. Es besteht ein Abkommen mit den US-Behörden, das die Hälfte der vereinbarten ca. 180 Millionen Dollar als Sanktionierung an die SEC und an das amerikanisch Justizministerium geht. Das ist aber kein Einzelfall, die Korruption ist immer wieder in aller Munde. Auch andere Größen der Wirtschaft wie die Bahn, Siemens oder Thyssen sind wegen Bestechung oder Kartelldelikten im Gespräch.

Die Strafen für Delikte wie Korruption oder Kartellvergehen gehen in den dreistelligen Millionen-Bereich. Aber nicht nur, dass allein die Verantwortlichen wie die betreffenden Manager oder Aufsichtsräte und auch Vorstände bei diesen Delikten ihr Arbeitsverhältnis verlieren, sie müssen auch mit Regressforderungen rechnen. Eins der letzten Beispiele ist Hakan Samuelsson (Vorstandschef bei MAN). Hakan Samuelsson war zwar nicht auschlaggebende Person für die Korruption, aber trotzdem könnte MAN den Vorstandschef in Millionenhöhe belangen. Als Manager mit einem extrem hohen Gehalt stellt sich die Frage der Haftung. Hat er alles dafür getan um dies zu unterbinden?

Hans –Jürgen Stephan (Deutschland-Chef der Beratungsfirma Control Risk) ist im Risikomanagement tätig und berät Firmen in diesen Bereichen. H.-J. Stephan sowie Peter von Blomberg (Vorstand der Antikorruptionsorganistation Transparency International) sind der Meinung, dass es nicht wirklich rentabel ist Korruption zu unterstützen, die Effizienz ist nur von kurzer Dauer. Auf lange Sicht ist der Nachteil, der sich durch Schäden an der Wirtschaft zeigt viel Größer als der kurze Gewinn. Noch ein paar weitere Firmen seien kurz erwähnt.

Siemens kam 2006 nach einer Durchsuchung ins Gespräch, über viel Jahre hinweg gab es immer wieder Bestechungen, die Summe welche am Schluss stand belief sich auf 2,5 Milliarden Dollar. Als die SEC auf Siemens aufmerksam wurde, da diese ja wie Daymler an der US Börse notiert ist, hatte man Angst keine Auträge mehr aus den USA zu bekommen. Daraufhin einigte man sich mit den US-Behörden auf eine Entschädigungssumme von 800 Millionen Dollar.

MAN sorgte in 2009 für Aufsehen, hier waren es über Jahre verdeckte Provisionszahlungen. Es standen 150,6 Millionen Euro Bußgeld an, die von der Staatsanwaltschaft beschlossen wurden. Wenn man die zusätzlichen Kosten wie Staatsanwälte, die Nachzahlungen der Steuern ect. dazu rechnet kommt man gut auf 220 Millionen Euro. Interessant ist, dass heute Antikorruptions-Experten bei MAN arbeiten. Mindestens 20 dieser Experten sind derzeit bei MAN tätig. Fakt ist allerdings, dass dies sicher nur ein geringer Teil der Korruptionen in Deutschland ist. Die Dunkelziffer ist sicherlich enorm.

(Quelle:Welt)