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Katla: Ausbruch verdunkelt Himmel – Ein Augenzeugenbericht

Katla: Ausbruch verdunkelt Himmel – Ein Augenzeugenbericht

Der isländische Vulkan Eyjafjalla hat sich etwas beruhigt. Er speit keine Asche mehr und der Flugverkehr in Europa ist wieder im Normalbereich. Doch die Angst wächst, dass das Chaos zurückkommen könnte. Die große Schwester, die Katla, steht eventuell kurz vor einem Ausbruch. In der Geschichte der Vulkane sind beide Vulkane oftmals kurz hintereinander ausgebrochen.

Ob es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen den Ausbrüchen beider Vulkane gibt ist wissenschaftlich bislang noch völlig geklärt. Jedoch bei den letzten drei Ausbrüchen sind beide Vulkane explodiert.

Was die Katla anrichten kann hat ein Pfarrer beschrieben, der in den Jahren 1783 und 1784 den Ausbruch beobachtet hat. Jon Steingrimmson schrieb, dass die Schafe voll von dem Gift seien und Menschen sterben würden, wenn sie das Fleisch essen. Es würde mehr Gift vom Himmel fallen als es im Verständnis einzelner Menschen liegt. Es wäre eine Mischung aus Asche, Salpeter, Sand und Schwefel. Das Atmen wäre durch die grauenvolle Luft so schwer, dass ältere Personen ihre Lungen nur noch hälftig füllen könnten. Pflanzen würden verdorren und Gewässer hätten sich hellblau gefärbt.

Bei dem damaligen Ausbruch verdunkelte sich durch die Aschewolke die Atmosphäre. In Island fielen die Temperaturen empfindlich. Großteile der Erde waren von einem Temperatursturz betroffen, der im Zusammenhang mit dem Ausbruch stand. Auch die Sommer in den Folgejahren waren deutlich verkürzt. Island war unter einem Nebel begraben.

Sogar Benjamin Franklin hat im Jahr 1784 einen konstanten Nebel über Europa und einem Großteil Nordamerikas beschrieben. Die Temperaturen in Nordamerika in den Wintern danach wurden mit den niedrigsten Temperaturen seit zweihundert Jahren gemessen. Wissenschaftler bestätigen heutzutage diese Beschreibungen in weiten Teilen.

Die Auswirkungen auf den Flugverkehr wären verheerend. Sollte die Katla ausbrechen, und ihre Ausbrüche gelten als die wesentlich heftigeren, könnte ein monatelanges Flugverbot drohen. Das Chaos am Himmel und in der Welt wäre perfekt. Wie ernst die Lage ist zeigt, dass in Vik, einem Ort in der Nähe der Vulkane, derzeit der Ernstfall geprobt wird. Die 300 Einwohner müssen sich an einen strikten Evakuierungsplan halten. Der gesamte Ort hat eine Zeitspanne von 20 bis 120 Minuten für die Evakuierung. Bürgermeister Sven Palsson sagte, dass die Bestzeit momentan bei 30 Minuten liegen würde.