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Karstadt: Schlechte Sanierung? Ex-Aufsichtsrat greift Eigentümer Berggruen an

Karstadt: Schlechte Sanierung? Ex-Aufsichtsrat greift Eigentümer Berggruen an

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Erst im vergangenen Herbst übernahm Alain Caparros den Kontrollsitz im Unternehmen Karstadt. Jetzt trat er verärgert zurück. Offenbar gibt es bei der noch anstehenden Karstadt-Sanierung Probleme. Caparros hat hierzu ein vertrauliches Positionspapier erarbeitet, das zur Lage beim Konzern Stellung nimmt.

Der Ex-Aufsichtsratschef Caparros greift in diesem den jetzigen Eigentümer Nicolas Bergruen heftig an wegen der geplanten Dreiteilung von Karstadt in Sportshäuser, Premium-Geschäfte und den Rest. In dem Papier heißt es hierzu, dass diese „Separation“ das Kerngeschäft des Warenhauses schwächen könne.

Aufsichtsratschef Caparros wolle das nicht verantworten und trat am vergangenen Freitag zurück, so berichtet der „Spiegel“. Und weiter, dass es bis heute weder eine operative noch strategische Begründung für diesen Schritt gebe. Durch die geplante Spaltung werde zusätzliche Komplexität hergestellt, obwohl Karstadt weit von einer Sanierung entfernt sei. Er zieht die Negativ-Bilanz, dass es aktuell keine Strategie gebe, die als Basis für Strukturentscheidungen taugen könne.

Nach dem überraschenden Rücktritt Caparros heißt seit dem vergangenen Freitag der neue Aufsichtsratschef des Karstadt-Konzerns Jared Bluestein, er arbeitet seit 15 Jahren für Berggruen und vertritt in weiteren 50 internationalen Unternehmen dessen Interessen. Berggruen selbst wollte sich zu den jetzigen Vorwürfen nicht äußern. Die bevorstehenden Änderungen bei Karstadt sollen auf der Mai-Sitzung des Aufsichtsrates besprochen werden.