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Josef Ackermann: Aussage gegen Ex-IKB-Chef

Josef Ackermann: Aussage gegen Ex-IKB-Chef

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/worldeconomicforum/4315755816/sizes/m/##World Economic Forum
Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, spricht sich von jeder Schuld an dem Beinahe-Bankrott der IKB frei. Er wurde im Prozess gegen den ehemaligen IKB-Chef, Stefan Ortseifen im Düsseldorfer Landgericht vernommen. Durch seine Aussagen im Prozess hat er Ortseifen nicht entlastet.

Ortseifen seinerseits hat stets beteuert, dass er Kunden nicht in die Irre geführt habe. Seiner Meinung nach wäre es nicht zum Fast-Zusammenbruch der IKB gekommen, wenn die Deutsche Bank die Handelslinien nicht im Juli 2007 beschnitten hätte. Dadurch wäre der Mittelstandsbank IKB ein „unermessliches Reputationsrisiko“ entstanden.

Ackermanns Aussage hingegen stellt sich etwas anders dar. Es wurde lediglich eine Handelslinie von 76 Millionen Euro gekappt, eine andere mit dem Volumen 500 Millionen Euro ist weiterhin bestehen geblieben. Außerdem habe man nach dem Bekanntwerden einer möglichen Schieflage der IKB mehrere Tage ergebnislos versucht, von der Bank eine Stellungnahme zu erhalten, was deren Zweckgeschäfte angeht. Allerdings hätte man eine Woche lang keine Information erhalten.

Als dann Informationen zu dem Geschäft mit der Zweckgesellschaft Rhineland Funding gekommen sind habe die IKB behauptet, dass der aktuell Stand der Anlage bei 94,5 Prozent der eingezahlten Investition liege.

Nach Berechnungen, die von der Deutschen Bank angestellt wurden, lag dieser Wert jedoch zwischen 60 bis 90 Prozent. Die Deutsche Bank schlussfolgerte daraus, dass die IKB massive Probleme habe, wenn sie im Zusammenhang mit Rhineland Funding in die Zahlungspflicht genommen wird. Man habe bei der Deutschen Bank berechnet, dass in diesem Moment das Eigenkapital der IKB aufgebraucht gewesen wäre. Die einzige Möglichkeit, die Sinn mache, habe die Deutsche Bank genutzt. Es wurden die Handelslinien gekappt und die Bankenaufsicht eingeschaltet.

Die Anwälte Ortseifens haben angekündigt, dass man darum bitten wird, die Klage bezüglich der Untreue einzustellen. Wie es scheint ist eine Verurteilung wegen Kursmanipulation abzusehen und die Untreue-Vorwürfe fallen dadurch nicht mehr sonderlich ins Gewicht. Trotzdem will man einen kompletten Freispruch für Ortseifen erkämpfen.