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Jetzt auch EKD: Missbrauch Schutzbefohlener – Jepsen tritt zurück

Jetzt auch EKD: Missbrauch Schutzbefohlener – Jepsen tritt zurück

Bild:##http://www.flickr.com/photos/www_ekd_de/3486400108/sizes/m/in/photostream/##www_ekd_de
Jetzt hat auch die evangelischen Kirche ihren Missbrauchsskandal.

Bisher war das Thema „sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen durch Geistliche“ Thema der katholischen Kirche gewesen. Allerdings geriet auch die „Odenwald-Schule“ in die Schlagzeilen. Jetzt ist die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen von ihrem Amt zurückgetreten. Ihr wurde vorgeworfen, dass sie Ende der 90er Jahre Hinweisen auf Missbrauchsvergehen durch einen evangelischen Pastor in Ahensburg nicht nachgegangen sei.

In ihrer Stellungnahme ging die Bischöfin allerdings kaum auf die Vorwürfe ein. Sie verlas einen Text, in dem es wörtlich hieß: : „Meine Glaubwürdigkeit wird angezweifelt. Von daher sehe ich mich nicht in der Lage, die Frohe Botschaft so weiterzusagen, wie ich es bei meiner Ordination und bei meiner Bischofseinführung versprochen habe.“ Und weiter, dass sie erwarte, dass die Missbrauchsfälle in Ahrensburg und anderswo zügig aufgeklärt werden und die Wahrheit als Licht kommt.

1992 wurde Jepsen als weltweit erste Frau ins Bischofsamt einer evangelisch-lutherischen Kirche gewählt. Bedauert wurde ihr Rücktritt von der nordelbischen Kirchenleitung um Bischof Gerhard Ulrich und vom amtierenden EKD-Ratsvorsitzenden Präses Nikolaus Schneider.