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Jahrespressekonferenz der deutschen Finanzaufsicht überraschend abgesagt

Jahrespressekonferenz der deutschen Finanzaufsicht überraschend abgesagt

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/hamburgerjung/101159043/sizes/m/##HamburgerJung
Man kann nur vermuten, warum die für nächsten Dienstag geplante Jahrespressekonferenz der BaFin abgesagt wurde. Aus der Behörde war zu hören, dass es um „kurzfristig anberaumte Termine“ ginge, an denen Jochen Sanio (Chef der Finanzaufsichtsbehörde) teilnehmen würde. Dass Wolfgang Schäuble (Bundesfinanzminister) Sanio einen „Maulkorb verpasst“ habe wurde von der Behörde sofort dementiert.

Im vorliegenden Jahresbericht warnt Sanio erneut vor drastischen Gefahren und fügt hinzu „sichere Häfen gibt es keine“. In dem von der BaFin jetztvöllig überraschend vorgelegten Jahresbericht sieht der Behördenchef die Kreditwirtschaft weiterhin in einer düsteren Lage. Im Vorwort des Jahresberichts wird von „übergroßen systemischen Risiken“ geschrieben, die neue Regeln erfordern würden. Allerdings wird hierzu kein Lösungsvorschlag unterbreitet. Die größten Sorgen bereitet Sanio danach die Schuldenkrise der Euro-Zone. Die Situation in Griechenland habe gezeigt, „wie schnell sich eine stabil erscheinende Lage binnen kurzem bedrohlich zuspitzen kann“.

Mittelfristig rechnet die BaFin mit weiteren Übernahmen hinsichtlich der deutschen Banken. Weiterhin heißt es im Jahresbericht, dass „mögliche Verluste im Kreditgeschäft vor allem ab 2010 zu Übernahmen von regionalen Retailbanken führen“ dürften. Es werden viele Fragen aufgeworfen, die im Bericht jedoch nicht beantwortet werden.

Für die deutsche Versicherungswirtschaft prognostiziert Sanio Zuversicht. Die „straffen deutschen Kapitalanlagevorschriften“ würden hier für Robustheit sorgen wie dies auch aus den regelmäßigen Risikoberichten der Versicherer zu ersehen sei.