close
IWF: Höhere Inflation könnte zweckmäßig sein

IWF: Höhere Inflation könnte zweckmäßig sein

Chefökonom Blanchard hat eine kontroverse Diskussion losgetreten. Er fordert von den Notenbanken eine höhere Inflation während „normalen Zeiten“. So könnten finanzielle Schocks in Krisenzeiten besser überwunden werden. Der Chefökonom des IWFs ist der Meinung, dass das Inflationsziel von durchschnittlich zwei Prozent auf vier Prozent angehoben werden soll. Diesen Vorschlag äußerte er in einem Arbeitspapier des IWFs. Folge wäre, dass in „normalen Zeiten“ deutlich höhere Leitzinsen von den Notenbanken ausgehen würden, die in Krisenzeiten weiter herabgesetzt werden könnten. Er verspricht sich dadurch eine größere Stimulierung der Wirtschaft.

Bei den Deutschen kommt diese Empfehlung eher nicht so positiv an. Steffen Kampeter, CDU-Finanzstaatsekretär, sagte „Inflation bleibt Diebstahl am kleinen Mann.“ Diese Empfehlung sei eine private Meinung eines IWF-Mitarbeiters und wird in den Stabilitätsvorgaben des Euros nicht berücksichtigt werden. Kampeter sagte weiter, dass Inflation zu keiner Zeit ein Weg aus einer Krise sei, vielmehr löse sie Krisen aus.

Peter Bofinger, deutscher Wirtschaftsweiser, bekundete den Vorschlag mit harscher Kritik. Er sagte, dass die Empfehlung Blanchards als Schnapsidee bezeichnet werden müsse und weder in die derzeitige ökonomische noch politische Situation passe. Aktuell würde unter den Menschen ohnehin Verunsicherung herrschen, da würden solche Empfehlungen zu größerem Misstrauen führen, deshalb halte er solche Vorschläge für gefährlich.

Die Industrienationen haben im Zeichen der Bekämpfung der Krise immense Schulden angehäuft. Die Angst innerhalb der deutschen Bundesregierung wächst, dass Staaten probieren könnten ihre Schulden mit einer höheren Inflation zu minimieren.

(Quelle: Die Presse)