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Irland bittet nun doch um Finanzhilfe bei EU

Irland bittet nun doch um Finanzhilfe bei EU

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/34536315@N04/3636011999/sizes/m/in/photostream/##brettlohmeyer
Das stark schuldenbelastete Irland hat jetzt doch Finanzhilfen bei der EU beantragt. Seit Tagen schon dementiert Irland jegliche Meldungen über mögliche Anfragen bei der EU. Jetzt ist es allerdings doch soweit, dass der finanziell stark angeschlagene Staat nach EU-Hilfen greift.

Dabei geht es vorerst nur um Finanzmittel des Euro-Rettungsschirms für das marode Bankensystem.

Der irische Finanzminister Brian Lenihan hat gesagt, dass man ab Donnerstag mit der EU-Kommission, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) Verhandlungen beginnen werde inwiefern sich eine Finanzhilfe für Irland gestalten kann. Er geht davon aus, dass es schon reichen könnte lediglich einen Rettungsplan auszuarbeiten, der dann die Märkte beruhigt.

Von Experten ist zu vernehmen, dass die bislang in den Medien propagierten 50 Milliarden Euro zu gering seien. Irland wird eher 65 bis 100 Milliarden Euro benötigen. 50 Milliarden Euro sollen alleine für den Bankensektor nach heutigen Annahmen benötigt werden.

Aktuell hat Irland noch keinen Antrag auf Finanzhilfen bei der EU gestellt. Sobald dieser gestellt ist wird von Seiten der Euro-Länder, der EZB und des IWF die Zahlungsfähigkeit des Inselstaats geprüft.

Die missliche finanzielle Lage Irlands könnte die Krise in der Eurozone deutlich verschärfen. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel und der EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy gehen allerdings davon aus, dass für die Eurozone keine Gefahr bestehe und auch kein Scheitern der Gemeinschaftswährung absehbar sei.