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Immer mehr Kosten für gesetzlich Versicherte – immer stärkere Zuzahlungen

Immer mehr Kosten für gesetzlich Versicherte – immer stärkere Zuzahlungen

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Für gesetzlich Versicherte steigen die Kosten für Arzneimittel immer weiter stark an. 1,8 Milliarden Euro mussten sie im Jahr 2010 für Medikamente, die vom Arzt verschrieben wurden, zuzahlen.

Die Bundevereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) stellt fest, dass dies 71 Millionen Euro mehr seien als im Jahr 2009. Diese Steigerung sei bedingt durch die Senkung vieler Festbeträge und Zuzahlungsbefreiungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherungen zum 1. September.

Pro Medikamentenpackung wurde einem Kassenpatienten zusätzlich 2,40 Euro aus der Tasche gezogen. Hinzu kommen die zehn Prozent des Verkaufspreises, die jeder Kassenpatient sowieso bei verschreibungspflichtigen Medikamenten zuzahlen muss.

Was die von den gesetzlichen Krankenkassen geforderten Zusatzbeiträge angeht, hat die AOK am meisten davon profitiert. Da viele Kassen mittlerweile einen Zusatzbeitrag erheben, die AOK aber nicht, wechselten viele Versicherte, indem sie von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machten. Die Ortskrankenkassen hatten nach einer „dpa-Umfrage“ einen Zuwachs von 55.000 neuen Mitgliedern zu verzeichnen. Allerdings wird vom Patientenverband vor einem zu schnellen Wechsel der Kasse gewarnt.

Es werden zwar ungefähr 100 Euro im Jahr gespart, aber so Präsident Candidus der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP), wenn dann einmal der Ernstfall kommt, dann bekommt man das nicht bezahlt, was man gerne hätte. Die AOK rationiere zum Beispiel jetzt am meisten. Das ganze System der Zusatzbeiträge sei eine Veräppelung der Bevölkerung. Denn die Politik traue sich nicht, ehrlich zu den Bürgern zu sagen, dass das Gesundheitssystem mehr Geld brauche. Für 2012 und 2013 rechnet Candidus damit, dass alle Kassen Zusatzbeiträge erheben müssten und diese Aufschläge auch viel höher ausfallen würden als bisher.