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IG Metall aufgewacht: Schelte gegen Leiharbeit – Huber will Chef bleiben – Tarifforderungen bei VW

IG Metall aufgewacht: Schelte gegen Leiharbeit – Huber will Chef bleiben – Tarifforderungen bei VW

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/roadrunner38124/2138687893/sizes/m/in/photostream/##Roadrunner38124
Die IG Metall meldet sich wieder zu Wort. Es sieht aus, als sei sie jetzt endlich aus ihrem Winterschlaf aufgewacht. Sie macht gegen prekäre Arbeitsverhältnisse wie unter anderem die Leiharbeit mobil. Unbefristet seien bei der Leiharbeit nur 15 Prozent der Jobs. Viel zu wenig.

Der zur Zeit amtierende Kopf der Metallarbeitergewerkschaft Berthold Huber hat sich im Herbst beim anstehenden Gewerkschaftstag wieder zur Wahl gestellt. Die diesjährige Lohnforderung für anstehende Tarifverhandlungen bei VW liegt bei sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt für die 100.000 Mitarbeiter mit einer Laufzeit für 12 Monate.

Man hatte in der Vergangenheit hin und wieder den Eindruck, die IG Metall (IGM) sei in der Versenkung verschwunden. Nur noch selten hörte man von ihr Aussagen zu sozialen Themen und der arbeitnehmerfeindlichen Politik der jetzigen Koalition. Da hätte man sich einfach auch einmal mehr „Gewerkschaft“ für die mittlerweile aufgewachten Bürger gewünscht. Das scheint sich jetzt bei der IG Metall endlich wieder geändert zu haben.

Immerhin ist sie eine große starke Gewerkschaft und so war es nicht verständlich, warum sie in den letzten Monaten nur mit leisen Tönen und wenig Kritik ins politische Tagesgeschehen eingriff. Und das auch nur selten.

Hoffentlich ist die IG Metall nicht nur wegen des bevorstehenden Gewerkschaftstages aufgewacht. Es wäre wünschenswert und wichtig, dass sie wieder mehr präsent wird, auch in den Medien. Immerhin ist von ihrem für die Gewerkschaftskasse zuständigen Vorstandsmitglied Eichler zu hören, dass sie „finanziell gut aufgestellt und abgesichert“ sei. Die IGM besitzt immerhin 108 Immobilien in 86 deutschen Städten. Sie liegen hauptsächlich auf dem Schwerpunkt von Gewerkschaftshäusern und Bildungsstätten. Die Mitgliederzahlen sind nach eigenen Aussagen stabil geblieben.

Na dann kann sie mit viel Kraft in den Frühling schreiten. Dieses Jahr gibt es zusätzlich zum traditionellen 1. Mai eine wichtige und für die Republik nicht unbedingt so leicht hinzunehmende Neuerung. Die Arbeitnehmer-Freizügigkeit für acht mittel- und osteuropäische Staaten tritt in Kraft. Eventuell könnte da ein polnischer Leiharbeiter in Deutschland zu den gleichen Bedingungen wie in seiner Heimat beschäftigt werden.

Hier kann die IG Metall zeigen, wie stark sie mittlerweile aufgestellt ist und für bessere Verhältnisse kämpfen. In der Vergangenheit ihrer Geschichte hat sie das nachweisbar oft genug mit Erfolg getan. Die jetzige Entscheidung des Gerichtes, dass die C-Gewerkschaften, zumindest eine von ihnen, die CGZP (Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit) nicht tariffähig sind, ist doch schon einmal ein guter Ausgangspunkt. FZ berichtete hierüber am 15. Dezember des letzten Jahres. Dafür hat diese Gewerkschaft bereits jahrzehnte gekämpft und es hat sich gelohnt.