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Ifo-Geschäftsklimaindex: Euphorie wird durch ersten Warnschuss gedämpft

Ifo-Geschäftsklimaindex: Euphorie wird durch ersten Warnschuss gedämpft

Das Ifo-Institut berichtet, dass der langanhaltende Winter die Konsumenten in Atem hält und deren Kauflaune verdirbt. Aufgrund des strengen Winters bewerten die Unternehmen ihre Geschäftslage im Februar schlechter als im Vormonat. Nachdem der Geschäftsklimaindex in den vergangenen zehn Monaten  gestiegen war ist er jetzt von 95,8 auf 95,2 Punkte gesunken, so das Forschungsinstitut.

Klaus Abberger, Konjunkturexperte bei Ifo, sagte, dass die neuen Zahlen keine Trendwende seien. Die Erholung der Wirtschaft wäre in vollem Gang. Vielmehr sollte man die neuerliche Delle als Warnschuss verstehen. Die Zeichen in der Industrie stünden weiterhin auf Erholung. Durch den schwachen Euro würde der Export gestärkt und die Planungen eines weniger raschen Stellenabbaus bei den Industrieunternehmen wären somit gestoppt.

Der Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn verkündete, dass besonders die Entwicklung des Einzelhandels für den Rückgang verantwortlich sei. Nach Angaben der Einzelhändler habe sich die Geschäftslage im Februar im Vergleich zum Januar deutlich verschlechtert. Desweiteren würden die Einzelhändler auf eine bedeutend schlechtere Zukunft blicken als das bisher der Fall war, da sich die Verbraucher eher in Kaufzurückhaltung üben und zuhause sitzen als einzukaufen.

Die Geschäftslage hat sich in der Industrie im Januar nur marginal verschlechtert. Die Unternehmen haben die Geschäftsaussichten in den nächsten sechs Monat besser eingestuft. Abberger erklärte, dass die Exportbetriebe wesentlich stärkere Impulse erwarten. Es gebe eine deutlich bessere Nachfrage aus dem Ausland, besonders Asien sei hier hervorzuheben und der schwächelnde Euro würde derzeit die Exporte stützen.

Allerdings mahnte Abberger vor großer Euphorie. Risiken wären in den weltweiten ablaufenden Konjunkturpaketen, den höher angesetzten Hürden bei Krediten und den immensen Schulden einiger Euro-Staaten zu sehen. Unklar wäre auch noch der weitere Umgang mit der Kurzarbeit. Die Industrie will jedoch den Stellenabbau drosseln. Abberger sagte weiterhin, dass deren Pläne sich verbessert hätten.

Insgesamt werden für den Geschäftsklimaindex von Ifo jeden Monat 7000 Unternehmen befragt. Damit ist er einer der wichtigsten Stimmungsmesser der Wirtschaft in Deutschland.

(Quelle: Südwest Presse)