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HSH Nordbank: Trotz Milliardenverluste werden Boni gezahlt

HSH Nordbank: Trotz Milliardenverluste werden Boni gezahlt

Bankenkritiker dürften bei dieser Nachricht erst recht mit Kopfschütteln reagieren, auch wenn es sich um vergleichsweise wenig Geld handelt, für die Bankenbranche. Trotz negativer Bilanz und Verlusten in Milliardenhöhe will die HSH Nordbank den meisten Mitarbeiten einen Bouns Auszahlen. Dieser soll ungefähr in der Höhe eines Monatsgehalts liegen.

Personalchef Stefan Brügmann gab am Donnerstag in Hamburg bekannt, dass man an Mitarbeiter, die unterhalb der Bereichsleiter-Ebene beschäftigt sind ein halbes Monatsgehalt auszahlen werde. Es soll eine Überstundenvergütung sein. Außerdem werde an Mitarbeiter, die mit Rekrutierungsthemen beschäftigt waren ein weiteres halbes Monatsgehalt ausgezahlt. Das würde eine größere Zahl von Mitarbeitern betreffen.

Schon seit Monaten gerät die HSH Nordbank, die nur mit Milliarden aus den Steuertöpfen überleben konnte, immer wieder wegen des internen Umgangs mit Bonuszahlungen unter Beschuss. (wir haben berichtet).

Beispielsweise hatte der Chef der HSH Nordbank, Dirk Nonnenmacher, in 2009 Bonus- und Altersvorsorgezahlungen für sich selbst von 2,9 Millionen Euro veranlasst, ungeachtet der Tatsache, dass die Bank zu diesem Zeitpunkt bereits Milliardenverluste eingefahren hatte. Nachdem die Medien darüber berichteten wurden andere Pläne für Bonuszahlungen gestoppt.

Wie Brügmann weiter ausführte geht der Stellenabbau der Landesbank voran. Von den geplanten 1.200 Vollzeitstellen sind bislang 600 Stellen weggefallen. Mit Beginn des neuen Jahres waren bei der Bank 3.610 Personen beschäftigt.

Die Bank habe in 2009 sehr hohe Verluste gemacht und tiefe rote Zahlen geschrieben, bestätigte Brügmann. Am 14. April sollen die endgültigen Ergebnisse präsentiert werden. Bei der HSH Nordbank werden die roten Zahlen von Quartal zu Quartal größer. Der Nettoverlust, alleine in den ersten drei Quartalen im Jahr 2009, beziffert sich auf knapp 821 Millionen Euro. Man erwartet für das gesamte Jahr 2009 einen Verlust in Milliardenhöhe. In 2008 lag das Minus bei 2,8 Milliarden Euro. Aufgrund dieser immensen Verluste hatte die Bank im Frühjahr 2009 eine Finanzspritze von Hamburg und Schleswig-Holstein erhalten. Das Institut konnte nur durch Bürgschaften in Milliardenhöhe gerettet werden. Ausgelöst wurden die Verluste durch Geschäfte mit faulen Wertpapieren und verlustträchtigen Spekulationen.

(Quelle: Handelsblatt)