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HRE bestätigt: Zahlung von Millionen-Boni sind gerechtfertigt

HRE bestätigt: Zahlung von Millionen-Boni sind gerechtfertigt

Die krisengeschüttelte Bank Hypo Real Estate (HRE), die schon seit vielen Monaten verstaatlicht ist, verteidigt nun die Zahlungen von Bonusleistungen an ihre Mitarbeiter. Man will den Mitarbeitern, die Anteil an der Sanierung der Bank hatten, eine entsprechende Belohnung zukommen lassen.

Ein Sprecher der Bank hat gesagt, dass man sich an die Vorgaben halte und die Festgehälter nicht über dem vorgegebenen Rahmen liegen würden. Insgesamt werden 1.400 Mitarbeitern 25 Millionen Euro Bonuszahlungen gewährt. Damit würde man nicht mal annähernd das Niveau erreichen, das man vor der Krise hatte.

Die Politik zeigt sich fast geschlossen entsetzt über die Bonuszahlungen. Frank Schäffler, Finanzexperte der FDP, hat gegenüber dem Magazin „Spiegel“ gesagt, dass man auf Regierungsebene ganz klar versäumt hätte, die Bonusregelungen der HRE zu überarbeiten als man ihr die staatlichen Hilfen gewährt hatte. Es sei empörend ,Bonuszahlungen zu gewähren für ein Jahr, in dem man einen Verlust erzielt habe, sagte Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen.

Bei der HRE versteht man die Aufregung nicht so ganz, sieht man doch, dass die Zahlungen im Interesse des Steuerzahlers sind. Aus Sicht der Bank und der Eigentümer würde man sich zielgerichtet verhalten.

Fraglich ist allerdings ob die HRE den Steuerzahler tatsächlich ernst nimmt. Vielen Menschen in der Bundesrepublik stößt ein solches Verhalten negativ auf. Nicht nur, dass die HRE überhaupt mit vielen Milliarden Steuergeldern gerettet wurde sondern, dass jetzt auch noch Bonuszahlungen fließen sollen für ein Jahr, in dem die Bank Verluste erzielt hat. Eine Bonuszahlung soll motivieren und gezahlt werden, wenn man Erfolge erzielt. Ein Verlust ist aber kein Erfolg, auch wenn er geringer als im Vorjahr ist.

Während der Finanz- und Wirtschaftskrise musste die HRE durch staatliche Hilfszahlungen von 150 Milliarden Euro vor dem Kollaps bewahrt werden. Erst vor ein paar Tagen ist bekannt geworden, dass die Krisenbank erneut 40 Milliarden Euro an staatlichen Garantien benötigt. Beim besten Willen ist hier nicht zu erkennen, womit sich die Bonuszahlungen unter diesen Voraussetzungen rechtfertigen lassen.