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Hohe Bonuszahlungen: Gibt es denn keine Bank die dazu lernt?

Hohe Bonuszahlungen: Gibt es denn keine Bank die dazu lernt?

Brady Dougan, Chef der Credit Suisse, hat gerade 71 Millionen Schweizer Franken (ca. 50 Millionen Euro) an Bonuszahlungen erhalten. Das stärkt natürlich die Befürworter der Abzocker-Initiative. Oswald Grübel, Chef der Schweizer Großbank UBS und ehemaliger Vorstand der Credit Suisse, verteidigt hingegen den rekordverdächtigen Bonus.

Wie letzte Woche bekannt wurde leistet die Credit Suisse an die 400 beschäftigten Top-Manager Bonuszahlungen in einer Höhe von drei Milliarden Schweizer Franken. In weiten Teilen war wegen dieser Bonuszahlungen ein lauter Aufschrei zu hören. Oswald Grübel, Chef der UBS, verteidigt das Bonussystem, dass zu seiner Zeit – er war im Jahr 2005 Chef der Credit Suisse – eingeführt wurde.

Im Jahr 2003 hätte die Bank in Schwierigkeiten gesteckt und man wollte sie besser im Markt platzieren, damit sie mit dem hohen Konkurrenzdruck zurechtkommt. Grübel sagte, dass sich das für die Personen, die aus der Credit Suisse gemacht haben, was sie heute ist, nun auszahlen würde.

Patrick Raaflaub, Direktor der Finanzmarktaufsicht Finma, hat allerdings den starken Hebeleffekt, den das Bonussystem vorsieht, kritisiert. Gerade, weil dieser Effekt nicht in die entgegengesetzte Richtung wirken kann. Er würde keine Auswirkungen haben, da die Top-Manager die Aktien der Bank nicht selbst erworben hätten. Wenn es zu Kursverlusten kommt, gehen die Manager kein Risiko ein, denn es ist nicht ihr Geld was verloren geht.

Peter Rothenbühler hat in einem offenen Brief, der in der Schweizer Zeitung „Sonntag“ veröffentlicht wurde, an Brady Dougan geschrieben, dass man Dougan bald noch dankbar sein müsse, dass er nur 70 Millionen Bonuszahlung erhalten hat und die Bank nicht Milliarden an Steuergeldern in Anspruch nimmt.

(Quelle: Swiss Info)