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HIV-Medikamente für Südafrika: Illegaler Millionendeal in Deutschland

HIV-Medikamente für Südafrika: Illegaler Millionendeal in Deutschland

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/hdptcar/2378975741/sizes/m/in/photostream/##hdptcar
Drei Staatsanwaltschaften ermitteln in einem bundesweiten Medikamentenbetrug unvorstellbaren Ausmaßes. Die Staatsanwälte in Flensburg, Lübeck und Trier haben Pharmafirmen in Trittau, Trier und Westerland/Sylt im Visier.

Diese sollen in unglaublich großer Anzahl HIV-Medikamente, die für die ärmsten der armen HIV-Patienten in Südfarika bestimmt und deshalb subventioniert waren, einfach aufgekauft und mit hohem Gewinn auf den deutschen Markt gebracht haben. Es handelte sich hierbei um Präparate, die in der Bundesrepublik nicht zugelassen sind. Hierbei ging es um Millionen Euro im zweistelligen Bereich.

Der Trittauer Pharmafirma wird mittlerweile Betrug und Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz vorgeworfen. Sie soll vor über einem Jahr Packungen des Medikaments Norvir aus Südafrika über Belgien und die Schweiz nach Deutschland verbracht haben. Diese wurden dann in Apotheken im norddeutschen Raum verkauft. Das gleiche Verfahren wurde mit dem Medikament Combivir durchgeführt, so ein Sprecher der Flensburger Staatsanwaltschaft.

Oliver Giebel von der AOK sagt, dass die Versicherten durch diese kriminellen Machenschaften so einen Schaden im zweistelligen Millionenbereich zu tragen haben. Die Medikamente seien in Deutschland nicht zugelassen. Die Krankenkassen werden von den Apotheken, die diese Medikamente an ihre Patienten ausgegeben hätten, eine Erstattung des Preises verlangen. Das können sich auf bis zu mehrere Hundert Euro pro Medikamentenpackung belaufen.Über 10.000 Medikamentenpackungen seien illegal in die Bundesrepublik geschmuggelt wurden. Die Apotheken hätten aufgrund des ungewöhnlich niedrigen Einkaufspreises misstrauisch werden müssen. Außerdem hätten sie erkennen müssen, dass diese Medikamente überhaupt nicht zugelassen sind in Deutschland.