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Heftige Bundestagsdebatte um zu Guttenberg – Er sitzt und hält alles aus – Oder: Die Arroganz der Macht

Heftige Bundestagsdebatte um zu Guttenberg – Er sitzt und hält alles aus – Oder: Die Arroganz der Macht

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/myrrien/2757310705/sizes/m/in/photostream/##Myrrien
Verfolgte man die heutige Fragestunde im Deutschen Bundestag, so konnte man immer nur den Kopf schütteln und wurde wütend. So viel Unsinn, Unverschämtes, Aufbäumen der Regierenden für ihren „Frontmann“ Guttenberg, den sie als Wahlkampfschlager behalten wollen, koste es, was es wolle trotz Unglaubwürdigkeit war unfassbar. Es war ein Hauen und Stechen.

Die Opposition ließ nicht locker, auch sie war heftig mit ihren Angriffen. Nur muss man feststellen, diese schneidenden und unbequemen Fragen muss man aushalten, wenn man sich so präsentiert wie der Verteidigungsminister, der zum Selbstverteidiger wurde. Mit handwerklichen Fehlern kann man nicht kommen, wenn man 70 Prozent seiner Arbeit als Plagiat abliefert. Das steht unverrückbar fest. Diese Feststellung braucht keinen wissenschaftlichen Mitarbeiter.

Zu Guttenberg antwortete bemerkenswerterweise immer in der dritten Person. So hörte man während des ersten Teils der Befragung Antworten wie „man war überbelastet bei dieser Ausarbeitung“. Hätte man nicht erwarten können, dass von ihm kam „ich war überbelastet bei meiner Ausarbeitung“. Zu Guttenberg machte den Eindruck als rede er von einem Dritten. Oder zu den Abgeordneten der Opposition „die Beurteilung …. (der Doktorarbeit) müssen Sie dem Menschen, der sie geschrieben hat, überlassen“. Ach so, vielleicht nicht ihm, gab es doch einen Ghostwriter? Jedenfalls stempelte er sich selbst zur dritten Person mit diesen Antworten. Hier wäre die Analyse eines Psychologen gefragt.

Dann versprach er sich auch noch, indem er sagte, dass die Debatte des vergangenen Freitags alles andere als unerfreuliche Vorfälle beinhaltete. Der Herr Ex-Dr. meinte wohl „erfreuliche Vorfälle“? Er wiederholte sich oft, war sichtlich nervös. Als Witz könnte auch noch gewertet werden seine Aussage, dass er ja erst am vergangenen Samstag seine Arbeit ansehen konnte. Wie das denn? Hatte er sie vorher nie gesehen oder, so alt ist er doch auch noch nicht, hatte er vergessen, was er da vor geraumer Zeit zusammenkopiert hatte?

Alles in allem konnte man das Gefühl nicht loswerden, dass er die Plagiatsvorwürfe nicht entkräften konnte trotz seiner ständigen Entschuldigungen. Es wird sicher neue Steilvorlagen geben. Die Sache ist noch längst nicht vom Tisch, wie so forsche Redner der Regierungsparteien es ziemlich aggressiv behaupteten. Copygate hat gerade erst angefangen!

Klar ist dabei eines, die Koalition will an der Macht bleiben und ihren Vorzeigeminister selbstverständlich behalten, sonst würde auch ihr eigener Thron wackeln. Aber Gott sei Dank lebt diese Regierung nicht mehr im Mittelalter sondern in höchst modernen Zeiten mit Computern, wo man den Menschen kein X mehr für ein U vormachen kann. Die Affäre des Karl-Theodor zu Guttenberg und Verteidigungsministers ist noch lange nicht vorbei. Auch wenn heute immer wieder behauptet wurde, dass alle Soldaten hinter ihm stehen würden. Hinter ihm?