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Großbritannien könnte ein ähnliches Problem wie Griechenland blühen

Großbritannien könnte ein ähnliches Problem wie Griechenland blühen

Klaus Kaldemorgen, Chef der Fondsgesellschaft DWS, hat gesagt, dass bei Investoren eine immer größer werdende negative Einstellung zu Großbritannien zu sehen ist. Er prognostiziert, im Rahmen seiner Prognose für den Aktienmarkt für 2010, dem britischen Markt für die nächsten Monate ein ähnliches Drama wie Griechenland. Er sagt dem britischen Pfund eine vehemente Abwertung voraus. Griechenland gerät zusehends unter Druck durch die Spekulation von Anlegern, dass der Staat im Bankrott endet. Die Anleihen Griechenlands sind dadurch deutlich in der Rendite gestiegen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass es für Griechenland wesentlich kostenintensiver geworden ist neue Schulden zu machen.

Objektiv betrachtet ist die Lage des britischen Staatshaushalts ebenso schlimm, wenn nicht noch dramatischer als die in Griechenland. In Großbritannien haben sich die Staatschulden seit dem Jahr 2006 verdoppelt. Griechenland konnte hier einen Anstieg von einem Drittel verzeichnen.

Laut Kaldemorgen ist es um Spanien ebenso schlecht bestellt, allerdings zeige die spanische Regierung, dass man sich konsolidieren will. Wohingegen man in Großbritannien auf ähnliche Reaktionen noch warten muss.

Kalaus Kaldemorgen ist einer der arriviertesten Fondsmanager aus Deutschland. Mit der DWS vertritt er die größte Gesellschaft von Publikumsfonds in Deutschland, dementsprechendes Gewicht hat auch sein Wort. Die DWS konnte im letzten Jahr ein Umsatzplus von zwölf Prozent verzeichnen, somit verwaltet man derzeit bei DWS 198 Milliarden Euro. Das Umsatzplus ist aber nicht auf Nettomittelzuflüsse zurückzuführen, sondern hauptsächlich auf Kursgewinne durch Aktienanlagen. Rechnet man jedoch die frisch angelegten Gelder gegen das abgeflossene Kapital, was die Annleger aus ihren DWS-Anlagen abgezogen haben, so ergibt sich ein Minus von 1,6 Milliarden Euro.

Aktienfonds der DWS haben einen recht hohen Zufluss mit sechs Milliarden Euro in 2009 verzeichnet. Rentenfonds der DWS konnten mit einem Zufluss von 3,4 Milliarden Euro abschließen. Die Verluste sind bei den Geldmarktfonds, der DWS zu sehen. Hier hat die DWS Einbußen in Höhe von knapp elf Milliarden Euro hinnehmen müssen. Die DWS plant in den nächsten Jahren das Geschäft mit Zertifikaten einzustellen und den Vertrieb von Aktienfonds zu forcieren.

(Quelle: Welt)