close
Griechenland: EU-Hilfe – Welcher Staat zahlt wieviel?

Griechenland: EU-Hilfe – Welcher Staat zahlt wieviel?

Griechenlands Schuldenkrise wird immer bedrohlicher. Nachdem in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass Griechenlands Staatsdefizit viel höher ist als bislang von der Regierung in Athen angegeben, sind die Zinsen auf griechische Anleihen sogleich gestiegen.

Ob die Zahlen zum Staatsdefizit, das im Jahr 2009 bei 13,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gelegen haben soll, tatsächlich richtig sind ist fraglich. Denn schon im Jahr 2001 hatte sich Griechenland durch geschönte Zahlen den Zugang zur Euro-Zone erschwindelt. Die Ratingagentur Moody’s hat in der zurückliegenden Woche sogleich reagiert und das Rating Griechenlands herabgestuft.

Aufgrund der immer schlechter werdenden finanziellen Lage des Balkanstaates wird der Druck auf die griechische Regierung immer größer. Regierungspräsident Girgios Papandreou hat Ende der letzten Woche im Fernsehen verkündet, dass man sowohl die angebotene Hilfe der EU-Staaten als auch die des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Anspruch nehmen will. Im ersten Schritt erhält Griechenland im Jahr 2011 und 2012 von den EU-Staaten 30 Milliarden Euro und vom IWF nochmals 15 Milliarden Euro. Deutschland ist mit bis zu 18 Milliarden Euro an der Hilfe für Athen beteiligt. Aus Koalitionskreisen war zu vernehmen, dass das ein Fass ohne Boden werden kann. Deutschland ist der größte Rettungshilfezahler für Griechenland.

Das müssen die Euro-Staaten zahlen:

LandHilfssumme
Deutschland8,37 Milliarden Euro
Frankreich6,29 Milliarden Euro
Italien5,53  Milliarden Euro
Spanien3,67 Milliarden Euro
Niederlande1,76 Milliarden Euro
Belgien1,07 Milliarden Euro
Österreich0,86 Milliarden Euro
Portugal0,77 Milliarden Euro
Finnland0,55 Milliarden Euro
Irland0,49 Milliarden Euro
Slowakei0,30 Milliarden Euro
Slowenien0,15 Milliarden Euro
Luxemburg0,07 Milliarden Euro
Zypern0,06 Milliarden Euro
Malta0,03 Milliarden Euro

Ob und wie Athen die geleistete Hilfe zurückzahlt ist derzeit völlig offen. Die avisierte Hilfe ist ohnehin nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Griechenland bräuchte alleine für 2010 270 Milliarden Euro um seine Schulden zu begleichen.