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Goldman Sachs: Angst vor neuer Bankenkrise – Bundesregierung prüft Rechtsweg

Goldman Sachs: Angst vor neuer Bankenkrise – Bundesregierung prüft Rechtsweg

Anleger haben durch den Verdacht, dass die US-Großbank Goldman Sachs eventuell in Betrügereien verstrickt ist, Angst vor einer neuen Bankenkrise.

Die US-Börsenaufsicht SEC hat am Freitag die Investmentbank Goldman Sachs verklagt. Das führt weltweit zu herben Kursverlusten bei Bankaktien. Der Kurs von Goldman Sachs brach sogar um 13 Prozent zusammen. Die Aktie der Deutschen Bank knickte um sieben Prozent ein.

Hintergrund der Klage der SEC ist, dass man Goldman Sachs Betrug, im Bereich des Handels mit verbrieften Hypothekenkrediten (CDO), vorwirft. Beim Handel mit CDOs hätte man bedeutende Informationen nicht weitergegeben. Der Verlust mit diesen Papieren, den die Investoren erlitten haben, liegt bei einer Milliarde Dollar.

Deutschland scheint in besonderem Maße betroffen. Die Mittelstandsbank IKB hatte im April 2007 im großen Umfang diese Papiere von Goldman Sachs erworben. Insgesamt hat das Düsseldorfer Bankhaus 150 Millionen Dollar in CDOs investiert. Die Tochter der staatlichen Förderbank KfW konnte seinerzeit nur durch Hilfen in Milliardenhöhe gerettet werden. In der Bundesregierung denkt man laut über rechtliche Schritte gegen Goldman Sachs nach. Ulrich Wilhelm, ein Sprecher der Regierung, sagte dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin ein Auskunftsersuchen an die SEC stellen wird und man rechtliche Schritte in die Wege leitet, wenn die Unterlagen sorgfältig geprüft wurden.

Von Seiten der SEC wird Goldman Sachs vorgeworfen, dass man in dem Bewusstsein, dass die Papiere an Wert verlieren werden, trotzdem den Verkauf solcher verbrieften Hypothekenkredite vorangetrieben habe. Sehr prekär ist die Tatsache, dass Paulson & Co., ein Hedgefondsanbieter, an der Entwicklung des Produkts beteiligt war, um dann darauf zu wetten, dass dabei Verluste entstehen.

Goldman Sachs ist sich keiner Schuld bewusst und bestreitet die Vorwürfe vehement. Schließlich hätte man durch das Geschäft mit den Papieren selbst herbe Verluste hinnehmen müssen. Man hätte 15 Millionen Dollar an Gebühren eingenommen und die eigenen Verluste liegen bei gut 90 Millionen Dollar.

Man wird sehen inwiefern sich die aktuelle Situation auf weitere US-Banken ausweitet, denn man befürchtet, dass die SEC weitere Banken genauer unter die Lupe nimmt. Außerdem wird sich zeigen, ob Washington aufgrund dieser Klage seine Ankündigung wahr macht, eine härteren Gangart in der Regulierungsfrage durchzusetzen.

Bild: genemoo