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Gesundheitssystem: Der Patient ist krank – Die Krankenkasse verdient

Gesundheitssystem: Der Patient ist krank – Die Krankenkasse verdient

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/wonderlane/3276070090/sizes/m/in/photostream/##Wonderlane
In Deutschland verdienen Ärzte und Krankenkassen Geld, wenn der Patient krank und nicht gesund ist. Alleine dieser Umstand scheint die Wurzel allen Übels im deutschen Gesundheitssystem zu sein. Welches Interesse können Krankenkassen und Ärzte also an Patienten haben, die gesund werden wollen und das ist ja wohl auch der Grund, warum man zum Arzt geht?

Besonders lukrativ sind dabei chronische Krankheiten. Immer wieder braucht der Patient Untersuchungen, Behandlungen und Medikamente. Ein sehr lohnendes Geschäft.

Wer noch nicht krank ist, wird eben krank gemacht. Nicht körperlich, aber auf dem Papier. Interessanterweise ist aufgrund der neuen Möglichkeiten, die der Gesundheitsfonds seit seiner Installierung im Bereich der Abrechnung bietet, die Zahl der chronisch kranken Patienten erstaunlicherweise drastisch angestiegen, so ein Bericht im TV-Sender „ARD“. Dabei hat sich die Zahl der chronisch kranken Patienten alleine von 2007 auf 2008 um 4,6 Prozent erhöht. Medizinisch sei es fast ausgeschlossen, dass es zu solch einem Anstieg komme. Vielmehr ist hier die Änderung im Abrechnungssystem zu sehen.

Im Jahr 2007 ist eine andere Abrechnungsmöglichkeit für chronisch Kranke eingeführt worden. Krankenkassen, die einen besonders hohen Anteil an bestimmten Krankheiten in ihrem Risikoportfolio haben, werden deutlich stärker mit Geldern aus dem Gesundheitsfonds bedacht. Ganze 86 Milliarden Euro sollen für solche Krankheiten verteilt werden, so der Fernsehsender. In der Praxis heißt das, dass jeder Arzt für einen chronisch Kranken im Quartal 20 Euro zusätzlich erhält. Das hört sich erst einmal nicht so hoch an, summiert sich aber zu Millionensummen.

Dieses Schlupfloch muss schnellstens geschlossen werden, damit nicht weiterhin Gesunde zu Kranken gemacht werden, um die Arzthonorare aufzubessern.