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Gesundheitsreform: Zusatzbeiträge nicht mehr gedeckelt – Es wird teuer für Arbeitnehmer

Gesundheitsreform: Zusatzbeiträge nicht mehr gedeckelt – Es wird teuer für Arbeitnehmer

Nach langen Debatten der schwarz-gelben Koalition einigte man sich heute auf die Eckpunkte einer Gesundheitsreform, die dieses Wort nicht verdient.

Es ist schlicht nur eine Erhöhung der Beiträge in Berlin vereinbart worden.

Auf höhere Kosten müssen Arbeitnehmer sich im kommenden Jahr allemal einstellen. Der Krankenkassenbeitrag wird um 0,6 auf 15,5 Prozent steigen.

Die Arbeitgeberbeiträge steigen demnach von 7,0 auf 7,3 Prozent vom Bruttolohn, die Arbeitnehmerbeiträge dementsprechend – allerdings wie schon lange Zeit vorher vereinbart von 7,9 Prozent (die Arbeitnehmer zahlen bereits seit Jahren 0,9 Prozent mehr) – auf jetzt 8,2 Prozent.

Noch teurer wird es bei den Zusatzbeiträgen, weil die nicht mehr gedeckelt werden. Sie werden jetzt einkommensunabhängig von den Kassen erhoben. Der bisher gültige Höchstsatz von einem Prozent des Einkommens entfällt.

Mit dieser Regelung erhalten die Kassen mehr Finanzautonomie und Gestaltungsspielraum, zudem werde der Wettbewerb gefördert, so lautet es seitens der Regierung.

Die Opposition hingegen wirft der Regierung Wortbruch ihres zentralen Wahlversprechens vor. Statt mehr Netto vom Brutto heißt es nun weniger Netto vom Brutto. Der Bundesgesundheitsminister sei zudem grandios gescheitert, jetzt stehe er vor einem gesundheitspolitischen Scherbenhaufen.

Hier wurde keine Neustrukturierung nach neun Monaten gefunden sondern es wird lediglich den Versicherten tiefer in die Tasche gegriffen mit höheren Beiträgen und die Kassen bekommen mehr Rechte, noch höhere Zusatzbeiträge zu fordern.

Will man dann – wie angekündigt – einen Ausgleich für Niedrigverdiener schaffen bei den Zusatzbeiträgen geht das wiederum zu Lasten der Steuerzahler. Also wird auch hier wieder doppelt durch die Hintertür zur Kasse gebeten.

Und wer bezahlt ist natürlich der Bürger, der angefangen von Hartz IV-Beziehern, Niedriglöhnern und dem Mittelstand wieder einmal mehr seinen Obulus entrichten muss.