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Gesundheitsreform: Gesetzlich Versicherte sollen künftig Arztkosten vorab selbst zahlen

Gesundheitsreform: Gesetzlich Versicherte sollen künftig Arztkosten vorab selbst zahlen

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/stuartpilbrow/2942333106/sizes/m/in/photostream/##stuartpilbrow
Zur Zeit traut man seinen Augen und Ohren nicht, was man da aus Berlin noch alles an – hoffentlich nur Ideen – hört und liest. Jetzt will Rösler auch bei den gesetzlich Versicherten die „Vorkasse“ einführen.

Damit soll die Finanzierung gesetzlicher Kassen wieder um einen Punkt mehr an die privaten Versicherungen angeglichen werden. Die Patienten sollen vorab die ärztlichen Leistungen bezahlen und sich diese dann wieder von ihrer Krankenkasse zurücküberweisen lassen.

Das einzige, was für eine solche Regelung sprechen könnte, wäre eine gewollte Transparenz über die ausgeführten Leistungen. Die kann man aber auch auf anderem Wege einführen.

Wem eine solche Vorkasse auf jeden Fall helfen würde sind wieder einmal die Banken. Denn wer von den gesetzlich Versicherten hat zum Beispiel mal locker so um die Tausend Euro zur Verfügung, um eine ärztliche MRT- oder andere Leistung sofort zu verauslagen? Die Banken könnten dort ein Riesengeschäft wittern mit teuren Überziehungskrediten. Ist das gewollt?

Weiter forderte Rösler gesetzliche und private Kassen zu mehr Zusammenarbeit auf. «Wo sich die Menschen versichern, bei welchem Unternehmen, mit welcher Rechtsform und zu welchen Konditionen, sollte auf lange Sicht Sache des Versicherten sein, der selbst weiß, was die beste Wahl für ihn ist.»

Dem Gesundheitsminister muss entfallen sein, wird er etwa vergesslich, dass nahezu alle gesetzlich Versicherten überhaupt nicht die Möglichkeit haben, in die privaten Kassen zu wechseln wegen der von der Regierung festgelegten Obergrenzen beim Verdienst.