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GDL: Streiks so pünktlich wie Fahrpläne – bis Samstag kein privater Zugverkehr

GDL: Streiks so pünktlich wie Fahrpläne – bis Samstag kein privater Zugverkehr

31. März 2011

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/7874804@N06/2305897092/sizesm/in/photostream/##mcl31
Um es vorwegzunehmen: Streiks sind gut, Streiks sind wichtig, sie sind demokratisch. Allerdings kann man bei der GDL und ihrem Gewerkschaftsvorsitzenden Weselsky allmählich den Eindruck bekommen, dass er als Kind schon gerne mit der Eisenbahn gespielt hat.

Bei allem Verständnis für die von der Gewerkschaft der Deutschen Lokomotivführer ausgerufenen Streiks gewinnt der selbst gewerkschaftsnahe Leser mehr und mehr den Eindruck, dass hier eine inszenierte Schau ablaufen könnte.

Irgendwie scheint es als schlage Weselsky alle Vorschläge bedenkenlos in den Wind, die es bisher gab und gibt, vielleicht will er Medien- oder „Eisenbahnstar“ werden? Jetzt wurde seit 3.00 Uhr ein zwei Tage anhaltender Streik bis einschließlich Samstag ausgerufen, betroffen sind alle Privatbahnen in Deutschland.

Die GDL macht weiterhin Ernst. Auch der Ton wird schärfer. Der Vorsitzende der GDL-Nord, Lutz Schreiber, kritisierte das Verhalten der Arbeitgeber als „unter aller Kanone“, sie seien ignorant und würden Reisende an den Pranger stellen. Vom Chef-Gewerkschafter selbst war zu hören, dass die zwischenzeitlichen Angebote jede Menge Vorbehalte und keinerlei Substanz enthielten und die Arbeitgeber diesen Tarifkonflikt auf dem Rücken der Kunden austragen wollten.

Bei allem Respekt für die Tarifvertragsparteien kann man hier nur beiden Parteien zurufen, „schnell zurück an den Verhandlungstisch“ und der GDL vielleicht selbst ein kleines bisschen mehr Substanz und Nachdenken wünschen anstatt nur das bekannte Muskelspiel und die weiter andauernden Schach-„Züge“.