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Flucht: Hunderttausende gesetzlich Versicherte verlassen Krankenkassen

Flucht: Hunderttausende gesetzlich Versicherte verlassen Krankenkassen

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/die_tine/4016319430/sizes/m/in/photostream/##die.tine
Es bewegt sich etwas bei den gesetzlichen Krankenkassen. Aber leider nur negativ. Immer mehr gesetzlich Versicherte – Hunderttausende – treten den Sonderkündigungsweg an und sagen ihrer Krankenkasse „adieu“ wegen der geforderten Zusatzbeiträge.

Die „Flucht“ war gewollt. Gesundheitsminister Rösler hat daran seinen großen Anteil. Es wäre sicherlich besser, er würde fliehen, ehe noch mehr durch die unguten Regelungen der schwarz-gelben Regierung geschieht.

Gebetsmühlenartig heißt es, es sei wichtig, für einen starken Wettbewerb zu sorgen. Egal auf welchem Sektor. Nur wird wieder einmal etwas vergessen von den „Klugen“ der Regierung: Wenn man wechselt, egal in welcher Branche auch immer, kommt man vom Regen in die Traufe. Denn die Zukunft ist immer ungewiss. Es gibt keine Beitragsgarantien. Das ist auch so gewollt von den Machern.

Beispielsweise sank bei der Deutschen Angestellten-Krankenkasse die Zahl der Versicherten innerhalb von zwölf Monaten um rund 460.000 auf 5,8 Millionen Mitglieder. Bei der KKH-Allianz waren es 190.000, die ihre Krankenkasse verließen, sie zählt nur noch 1,86 Millionen Versicherte.

Hinzu kommen jetzt noch verstärkt die sogenannten Mehrzahlungen, wovon die wenigsten gesetzlichen Versicherten überhaupt eine Ahnung haben. Darüber kann auch kaum jemand definitiv etwas lesen, denn das wird bewusst gedeckelt. Gesetzliche Krankenkassen werben mit Rabatten durch die Pharma-Industrie. Diese kassieren aber nur sie, der Patient wird nicht entlastet. Im Gegenteil, er hat immer wieder sich ändernde Mehrzahlungen zusätzlich zu den Zuzahlungen als Rezeptgebühr zu leisten. So holen sich die Kassen einiges an Geld wieder herein, wenn sie mit „Stabilität“ werben.

Der gesetzlich Versicherte sollte nicht vergessen, was er jetzt seiner Kasse zahlt: Den Beitrag, der von der Regierung erhöht wurde, wobei die Regierung aus der Parität ausgestiegen ist. Hinzu kommen die Rezeptgebühr, der von der Kasse individuell geregelte Zusatzbeitrag und die eventuell zu leistenden Mehrzahlung bei für ihn unbedingt erforderlichen Medikamenten. Am Monatsende ist das bei der Gehaltsabrechnung sichtbar, bei den Rentnern auf dem Kontoauszug. Wohin soll der verunsicherte Patient denn wechseln? Das System ist überall das gleiche.