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Finanztest: Einmal mehr wurde Riester-Rente getestet

Finanztest: Einmal mehr wurde Riester-Rente getestet

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/wolfgangstaudt/2113259178/sizes/m/in/photostream/##Wolfgang Staudt
Einmal mehr hat die Zeitschrift „Finanztest“ die Riester-Rente getestet. Das Produkt selbst ist eher fragwürdig. Es ist sehr kompliziert und viele Vertreter verstehen es nicht und beraten dementsprechend Kunden auch nicht richtig.

Versicherungsgesellschaften und Bausparkassen pochen bei ihren Vertretern dennoch auf einen Verkauf, weil es ein Garantie-Produkt ist und die Versicherungen und Bausparkassen das Geld des Kunden im eigenen Haus haben und damit arbeiten dürfen. Der Vorteil für den Kunden ist nur in sehr wenigen Fällen zu entdecken.

„Finanztest“ jedenfalls hat 65 verschiedene Riester-Renten unter die Lupe genommen: hier maßt man sich bekanntlich an Finanzprodukte zu verstehen und bis ins Detail testen zu können. Das Ergebnis ist interessant, denn diesmal wird in eine ganz andere Richtung geraten als in den vergangenen Tests des Blattes. Es ist auffällig, dass die Testergebnisse immer wieder sehr unterschiedlich sind. Es liegt die Vermutung nahe, dass man hier eben auch nur Geißel der Auflage ist und für die hohen Fördergelder vom Bund etwas bieten muss.

Nun aber zum Test selbst. „Finanztest“ empfiehlt die Riester-Rente besonders für Häuslebauer. Diese sollen einen immensen Vorteil durch die staatliche Förderung von stattlichen 154 Euro pro Erwachsener und 185 je Kind und Jahr haben. Die Bundesregierung hat bei der Förderung sogar noch etwas drauf gepackt und gewährt 300 Euro je Kind und Jahr, wenn das Kind nach 2008 geboren wurde. Das kann die Bundesregierung auch, denn keine Förderung ohne Abzug. In fast gleichem Atemzug hat man damals still und leise die Maximalförderung von Kindern vom 27. auf das 25. Lebensjahr abgesenkt.

Bei „Finanztest“ wird dann auf den Guthaben-Zinssatz bei Riester-Bausparverträgen eingegangen, dieser liegt laut Zeitschrift derzeit zwischen 0,4 und 2,5 Prozent und wird als guter Zinssatz dargestellt. Fraglich wie sich eine Finanzzeitschrift zu solch einer Aussage hinreißen lassen kann, denn anscheinend wird hier völlig ignoriert, dass in Deutschland auf Zehn-Jahres-Sicht eine durchschnittliche Inflation von 1,5 Prozent herrscht. Damit bleibt noch eine tolle Rendite von maximal einem Prozent übrig. Zieht man hier auch noch Steuern ab, dann bleibt dem Sparer fast nichts mehr von seiner Rendite. Wen interessiert es auch, denn Hauptsache die Auflage stimmt. Eines sei noch erwähnt, der durchschnittliche Zins am Kapitalmarkt liegt in diesem Jahr bei ungefähr zehn Prozent (MSCI World).