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Fed Regional-Chef geht in die Offensive

Fed Regional-Chef geht in die Offensive

Wegen der anhaltend lockeren Geldpolitik wächst der Unmut und der Widerstand innerhalb der US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve. Für die Märkte bedeutet das weiterhin steigende Unsicherheit.

Charles Plosser, Chef der regionalen Fed Philadelphia, hat sich besorgt darüber geäußert, dass die Fed weiterhin einen für längere Zeit niedrig bleibenden Leitzins prognostiziert. Der Spielraum der Fed würde dadurch eingeschränkt werden. Derzeit wird von einem Satz gesprochen, der für die nächsten sechs Monate bei 0 bis 0,25 Prozent liegt und nicht steigen wird.

Am Mittwoch wurde ein Protokoll einer Fed-Sitzung veröffentlicht. Dem zufolge haben Ende Januar einige US-Notenbanker gesagt, dass man sich schon in Kürze von Wertpapieren trennen müsse. Die Fed hatte im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise viele Wertpapiere angekauft, um die US-Wirtschaft zu unterstützen. Damit will man der Bilanz der Fed, die momentan aufgebläht ist, entgegenwirken und die Risiken einer Inflation vermindern.

Wie es scheint werden die internen Machtkämpfe innerhalb der Fed immer ernster. Thomas Hoenig, Chef der Fed Kansas, hatte schon Ende Januar öffentlich gegen seine Kollegen, die stimmberechtigt sind, bekundet, dass die Formulierung „längere Zeit“ nicht mehr haltbar ist. Eine Stimmberechtigung Charles Plossers gibt es derzeit nicht. Durch solche Aussagen und internen Machtkämpfe wird die Unsicherheit an den Märkten angeheizt.

Intern befürchten die Hardliner der Fed, dass es zu erneuten Finanzexzessen und einer hohen Inflation kommen könnte, ausgelöst durch die niedrigen Zinsen und die vielen Milliarden Dollar, die die Fed ins Wirtschaftssystem gepumpt hatte. Viele andere Fed-Mitarbeiter wollen die gerade einsetzende Erholung des Finanzsystems nicht gefährden, darunter auch Ben Bernanke, Chef der Federal Reserve. Schnelle Wertpapierverkäufe sieht Ben Bernanke sehr skeptisch, da sie die Kreditvergabe schwächen und die Arbeitslosigkeit fördern würde. Unterdessen hat die Fed die Prognose für das Wirtschaftwachstum in den USA für das laufende Jahr leicht angehoben. Das prognostizierte Wachstum liegt nun bei 2,8 bis 3,5 Prozent. Die Fed sieht für 2011 und 2012 eine Prognose von 3,4 bis 4,5 Prozent vor. Die Schätzungen für die Arbeitslosenquote legt sie bei 9,5 bis 9,7 Prozent für 2010 fest und prognostiziert für 2011 sinkende Zahlen.
(Quelle: Financial Times)