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EZB: Trichet-Nachfolge – Italiener bringen Favoriten in Position

EZB: Trichet-Nachfolge – Italiener bringen Favoriten in Position

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Der Chefsessel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist sehr beliebt. Viele Kandidaten waren angetreten um das Erbe von Jean-Claude Trichet anzutreten. Allerdings verabschieden sich schon vor den eigentlichen Wahlen zum Chef der EZB immer mehr Kandidaten. Einer der aussichtsreichsten Kandidaten war der scheidende Bundesbankpräsident Axel Weber. Seit er verkündet hat, dass er auf keinen Fall die Trichet-Nachfolge antreten werde ist das Geschachere um den begehrten Posten losgegangen, galt doch der Merkel-Kandidat als aussichtsreichster Nachfolger Trichets.

Derzeit bringen die Italiener ihren Kandidaten in Position. Mario Draghi werden derzeit die besten Chancen eingeräumt den Chef-Sessel der EZB zu übernehmen. Einziger Nachteil, den der italienische Spitzenkandidat mit sich bringt, ist die Tatsache, dass er aus einem Weichwährungs-Land kommt.

Gerade bevor der Euro eingeführt wurde hatten die Italiener mit massiven Inflationsraten zu kämpfen. Die politische Situation um die Führung des Landes ist ohnehin eine Farce und der italienische Ministerpräsident Berlusconi hat in der Bevölkerung Europas keine sonderlich gute Reputation. Hinzu kommt, dass Italien immer wieder in einem Atemzug mit Griechenland, Portugal und Spanien genannt wird, wenn es um das europäische Schuldenproblem geht. Soll der Notenbankchef, der anscheinend nicht einmal im eigenen Land die Schuldenquote niedrig halten kann tatsächlich an die Spitze der Europäischen Zentralbank?

Offenbar scheint er davon zu profitieren, dass sich immer mehr Kandidaten aus dem Rennen um den Spitzenposten verabschieden. Letztendlich zeichnet sich ab, dass Draghi das kleinste Übel sein wird. Ein weiterer vielversprechender Kandidat ist mit Erkki Liikanen, dem finnischen Notenbank-Chef, jüngst ausgeschieden. Ein Franzose steht ohnehin nicht auf dem Plan, da der scheidende EZB-Chef Trichet aus Frankreich stammt. Der deutsche Kandidat hat sich auch gerade erst verabschiedet und ein Nachfolger aus der Bundesrepublik kann nicht so schnell in Position gebracht werden. Ein Kandidat aus Griechenland, Spanien, Portugal oder Irland hätte unter derzeitigen Bedingungen ohnehin keine Chance. Bleibt letztendlich Mario Draghi aus Italien. Ihm haftet nicht der zweifelhafte Ruf seines Regierungschefs an, er verkörpert in Italien genau das Gegenteil. Es wird sich zeigen wer tatsächlich die Nachfolge Trichets antreten wird. Dem Anschein nach wird es wohl Draghi werden.