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EZB: Der Leitzins für den Euro bleibt auf historischem Tief

EZB: Der Leitzins für den Euro bleibt auf historischem Tief

4. Februar 2010EZBLeitzins

Zwar hat sich die Konjunktur wieder leicht erholt, aber der Leitzins bleibt weiterhin auf dem Rekordtief. Die Europäische Zentralbank erhöht vorerst nicht den Leitzins. Zinserhöhungen kann es frühestens erst im dritten Quartal 2010 geben. Die niedrige Inflation ist auch kein Grund zur Zinserhöhung.

Die Zinsen im Euro-Raum bleiben auch weiterhin auf dem tiefsten Stand. Die EZB hat entschieden, dass der Leitzins nicht erhöht wird, obwohl die Erholung der Konjunktur um 1,0 Prozent vorangegangen ist. Das historische Tief ist bereits seit Mai 2009 erreicht und unverändert geblieben.

Heute Nachmittag wird es eine Pressekonferenz geben auf der Jean-Claude Trichet, Präsident der EZB, Stellung zur Lage Griechenlands nehmen wird. Die EZB wollte zunächst abwarten, bis Griechenland selbst alles unternommen habe, was möglich ist, um aus eigener Kraft aus der Misere herauszufinden. Griechenland ist derzeit der größte Schuldensünder im Euro-Raum.

Die Volkswirte gehen davon aus, dass erst ab dem dritten Quartal der Leitzins erhöht wird, trotz der Tatsache, dass das Konjunkturtief in den meisten Euro-Ländern überwunden ist. Die Aussichten der Konjunktur sind jedoch immer noch nicht sicher. Denn der Zuwachs ist den Rettungspaketen von staatlicher Seite zuzuschreiben und der expansiven Geldpolitik.

Wenn die EZB den wichtigsten Zins erhöhen würde der die Kreditwirtschaft mit Geld der Zentralbank versorgt, dann würde sich das Zinsniveau für Kredite, die an Verbraucher und Firmen vergeben werden verteuern. Dadurch könnte die Erholung der Konjunktur gestört werden. Sollte die Zentralbank zu spät reagieren und das Zinsniveau nicht rechtzeitig erhöhen, kann es zu Inflationssteigerungen kommen.
(Quelle: Welt)