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Experten prognostizieren Lohn-Explosion in der BRD

Experten prognostizieren Lohn-Explosion in der BRD

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/zukunftindustrie/3741792075/sizes/m/##Zukunft Industrie
Arbeitnehmer können mit kräftigen Lohnsteigerungen rechnen – Die Konjunktur zieht an.

Laut Langzeitprognosen von Wirtschaftsexperten können Arbeitnehmer in der Bundesrepublik mit kräftigen Lohnerhöhungen ab 2013 rechnen. Lange Jahre stagnierten bisher die Einkommen.

Die „Welt am Sonntag“ berichtet, dass nach Berechnungen des Forschungsinstituts Kiel Economics die Zahl der Arbeitssuchenden bis zum Jahr 2014 von derzeitigen 3,19 Millionen auf 1,88 Millionen zurückgehen könnte.

Die Forscher prognostizieren weiter, dass die Bruttolöhne 2013 um 4,3 Prozent und 2014 um 4,9 Prozent steigen. Den Grund hierfür sehen sie in dem Engpass an Arbeitskräften durch die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und dem erwarteten Bevölkerungsrückgang.

Hilmar Schneider (Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit – IZA) sagte, dass der Rückgang beim Angebot an Arbeitskräften die Verhandlungsmacht des normalen Arbeitnehmers erheblich verbessern werde. Schon heute fehlen dem Bericht zufolge viele Fachkräfte wie z.B. Ingenieure.

Allerdings werden die positiven Aussagen wieder einmal von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt gebremst. Er warnte die Gewerkschaften vor zu hohen Lohnforderungen. Wen hätte es auch gewundert? Das ist aber absolut nichts Neues, das wiederholt sich immer wieder auch gerade vor Tarifverhandlungen, ob die Konjunktur nun schlecht oder gut ist. Das gehört zum Ritual der Tarifvertragsparteien, hier gerade bei den Arbeitgebern, einfach zum „guten“ Ton.

Die Warnung gerade von Hundt wegen des bevorstehenden Fachkräftemangels klingt absurd. Hatte man noch vor Jahren genau diese Kräfte arbeitgeberseits gefeuert, in den Vorruhestand geschickt und sich nicht mehr um sie gekümmert und war froh, die Fachkräfte in die Verantwortung und Bezahlung des Staates geben zu können. Hier: Die Bundesagentur für Arbeit.

Auch ausgebildet wurden kaum noch Lehrlinge, ganz zu schweigen von Fachkräften wegen der angeblich hohen Kosten. Da überließ man dieses Klientel lieber der Bundesagentur. Jetzt schreit man wieder nach diesen Fachkräften und vergisst, dass sie früher nur noch ein Kostenfaktor und lästig waren.

Und im Sommerloch hört man Wirtschaftsminister Brüderle nach „Gastarbeitern“ mit Prämien rufen wegen des Mangels. Wir haben in Deutschland immer noch arbeitslose Ingenieure! Will man die nicht oder ist auch hier die Weiterbildung zu teuer? Der Minister sollte einmal die Meldungen der letzten Jahre lesen und seine Hausaufgaben machen. Absurdistan lässt grüßen.