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Ex-ZDF-Sprecher Steffen Seibert ab heute Regierungssprecher

Ex-ZDF-Sprecher Steffen Seibert ab heute Regierungssprecher

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/az1172/2270644491/sizes/m/in/photostream/##az1172
Ab sofort nicht neutral sondern pro Schwarz-Gelb heißt die Devise!

Heute hat Steffen Seibert, EX-ZDF-Sprecher und Moderator seinen ersten Auftritt, auch vor dem Fernsehen, aber nicht in Mainz sondern in Berlin.

Er gesteht, dass er nervös ist. Bei der Pressekonferenz, mit der die Bundesregierung ihre Sommerpause beendet erklärt er, es sei heute „wie Abi, Führerscheinprüfung und viele andere Dinge zusammen“.

Ab jetzt darf Seibert keine Nachrichten mehr verlesen und aufklären, ab heute steht er für die Bundesregierung und muss – platt gesagt – Werbung für die streitsüchtige und ungeliebte schwarz-gelbe Koalition machen. Kein unbedingt wünschenswerter Job.

Sicherlich war es Kalkül der Bundeskanzlerin, einen allseits beliebten und anerkannten Anchorman des ZDF „heute-journal“, der vertrauensvoll auch schlechte Nachrichten überbrachte, als ihren Sprecher nach Berlin zu holen.

Allerdings gibt es für Steffen Seibert jetzt den erheblichen Unterschied, dass er schlechte und negative Nachrichten nicht mehr nur zitieren kann, sondern er muss die Regierungspolitik, die im Ansehen der Bevölkerung schon sehr bei Umfragen gesunken ist, bestmöglichst verkaufen. Eine Aufgabe, über die sich wohl die Wenigsten freuen würden. Kein Wunder, dass er da nervös ist.

Die ersten Worte Merkels: „Der Anlass ist bekannt“, sagt sie in unübertrefflicher Nüchternheit. Dann schiebt sie herzlich nach: „Ich werde versuchen, mich so vernünftig zu verhalten, dass Sie möglichst wenig Ärger mit mir haben.“

Seibert wusste sicherlich, auf was er sich mit diesem Posten einließ, denn er gab zuvor öffentlich bekannt, dass für ihn die Ziele der Bundesregierung richtig seien und er große Sympathie und auch Bewunderung für Merkels Arbeit hege.

Na dann, warten wir auf die künftigen Worte des neuen Regierungssprechers. Nur: Aus einer verfehlten und zerstrittenen Politik kann man keine Superkoalition machen, die nur noch alles richtig beschließen wird. Das wird selbst Seibert nicht schaffen, denn die Bürger werden kritisch bleiben.