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Euro: Die nächsten Anwärter und deren Probleme

Euro: Die nächsten Anwärter und deren Probleme

Die nächsten Länder, die möglicherweise dem Euro-Raum beitreten könnten sind Ungarn, Estland, Bulgarien und Polen. Das griechische Problem ist noch nicht einmal gelöst, da klopfen schon die nächsten Staaten an die Tür des Währungsverbunds.

Im Mai wird der Konvergenz-Bericht der Europäischen Zentralbank (EZB) veröffentlicht. Aus diesem Bericht dürfte hervorgehen, dass ungeachtet der Probleme Griechenlands, die genannten Staaten gute Chance haben der Euro-Zone beizutreten, so der Volkswirt der Bank of America, Radoslaw Bodys.

Bodys geht davon aus, dass die EZB in ihrem Bericht die Fortschritte in Ungarn lobt und Estland freie Fahrt für einen Beitritt im Jahr 2011 gibt. Bulgarien hat gute Chance dem Wechselmechanismus II beizutreten. Der Wechselmechanismus ist ein Vorstufe zur Währungsunion, die zwei Jahre dauert.

Fraglich ist, ob sich der Euro-Raum damit die nächsten Probleme auflädt. Bodys sagte, dazu, dass durchaus ein Risiko bestünde, wenn Staaten zu früh der Euro-Zone beitreten, nach einem anfänglichen Boom folgt oft eine Krise.

Welche Vorgaben erfüllt sein müssen, damit ein Staat dem Währungsverbund beitreten darf legen die Maastricht-Kriterien fest, noch mehr, sie verpflichten beim erfüllen der Kriterien sogar zum Beitritt. Es gibt zurzeit durchaus ein paar Länder die diese Vorgaben einhalten. Ungeachtet der Finanz- und Wirtschaftskrise. Mit Estland gibt es einen Kanditen, der die Vorgaben einhält und sich schon seit 2004 im Wechselmechanismus II befindet. Estland steht aktuell besser da, als alle anderen Staaten Europas, wenn es um die Einhaltung der Maastricht-Kriterien geht.

Aktuell befinden sich außerdem Lettland, Dänemark und Litauen im Wechselmechanismus II. Lettland und Litauen können derzeit allerdings die Vorgaben zum Beitritt in den Euro-Raum nicht erfüllen. Die Dänen haben diesen abgelehnt.

Mit Polen, Bulgarien und Ungarn werden in Kürze drei weitere Länder dem Wechselmechanismus II beitreten. Dabei werden Bulgarien die besten Chance eingeräumt, denn hier sind die Vorgaben ähnlich gut erfüllt, wie von Estland, außerdem hat Bulgarien, die eigene Währung bereits fest an den Euro gekoppelt.

Bei Ungarn ist die Sachlage nicht ganz so klar, stand das Land im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise doch bedrohlich nahe am Abgrund und konnte nur durch Hilfe des IWFs vor dem Ruin bewahrt werden. Da Ungarn allerdings ein Schock-Programm hinter sich hat, kann der Staat bis 2012 die Kriterien des Maastricht-Vertrages erfüllen.

In Polen gibt es aktuell noch ein paar Probleme mit dem Staatshaushalt. Ob dieser in Ordnung gebracht wird hängt sehr stark von den bevorstehenden Wahlen ab. Tschechien hingegen scheint sowohl in Regierungskreisen als auch in weiten Teilen der Bevölkerung nicht sonderlich begeistert vom Beitritt in die Euro-Zone.

Insgesamt kann man sagen, dass Anleger vom Beitritt neuer Länder in die Euro-Zone profitieren können, da sich in aller Regel die Aktienmärkte, der neu beigetretenen Länder deutlich besser entwickeln, als die im restlichen Euro-Raum. Diese Länder haben für gewöhnlich eine Aufholjagd vor sich. Ob es wirklich so kommt und auch die neuen Anwärter eine solche Rally der eigenen Märkte bestätigen können wird sich zeigen.
(Quelle: Welt)