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Euro: Deutschland ist für den Rausschmiss

Euro: Deutschland ist für den Rausschmiss

Das griechische Finanzproblem hat den Euro-Raum in eine tiefe Krise gestürtzt. Bundeskanzlerin Angela Merkel will sogar Tabus brechen, um in Zukunft solche Untiefen zu vermeiden.

Angela Merkel spricht sich ganz klar dafür aus, Staaten mit einem Ausschluss aus der Eurzone zu belegen. Sie sieht dies als Konsequenz aus der in Griechenland entstandenen Situation, wie sie am Mittwoch im Bundestag gesagt hat.

Als letzte Option sieht sie einen Ausschluss aus der Eurozone, wenn Staaten die Stabilitätsregeln nicht einhalten und immer wieder gegen diese verstoßen. Finanminister Woflgang Schäuble hat bereits am letzten Freitag einen solchen Vorschlag geäußert.

Wenn diese Ideen letztendlich konkreter werden, dann könnte es zu einem gesamten Umdenken in der Eurozone führen. Derzeit ist es unmöglich ein Land aus dem Euro-Raum auszusperren, wenn sich dieses weigert. Damit eine gewisse Disziplin unter den Euro-Ländern herrscht hat man bei Gründung der Währungsunion den Stabilitätspakt eingeführt.

Beispielsweise ist das Maximum der Schuldenaufnahme auf 60 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts (BIP) beschränkt. An der griechischen Krise sieht man allerdings auch, dass diese Regeln einfach so ignoriert werden können. Derzeit haben die griechischen Schulden ein Niveau von 130 Porzent des BIPs erreicht. Griechenland hat jahrelang sein tatsächliches Defizit verschleiert.

Griechenland will nun mit einem massiven Sparprogramm seine finanzielle Situation wieder normalisieren. Aktuell beraten die europäischen Finanzminister um eine Lösung für Greichenland zu finden und einen Hilfsplan einzuführen. Allerdings ist bislang noch nichts beschlossen. Angela Merkel hat im Rahmen einer Bundestagsrede gewarnt, dass schnelle finanzielle Hilfen das falsche Zeichen wären. Vielmehr müsse man langfrisitg Stabilität schaffen.

Schnelle finanzielle wären keinesfalls die richtige Antwort, untermauerte die Bundeskanzlerin. Die massiven Schuldenproblem, mit denen Griechenland zu kämpfen hat sind nicht auf Spekulanten zurückzuführen, sondern vielmehr auf die jahrelange Verletzung des Stabilitätspaktes. Griechenland hätte deswegen gar keine andere Option als ein weitreichendes Sparprogramm.

(Quelle: Focus)