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EU: Sparer sollen künftig besser geschützt werden

EU: Sparer sollen künftig besser geschützt werden

Die EU-Kommission hat vor Sparer im Falle der Pleite einer Bank besser zu schützen. Diese Überlegungen wurden von der Sprecherin von Michael Barnier, Binnenmarktkommissar, bestätigt.

Wenn dieser Vorschlag umgesetzt wird müssen Banken mit erheblichen Mehrbelastungen rechnen. Es sollen für den Notfall zwei Prozent der Spareinlage eines Kunden bei Seite gelegt werden. Daraus könnte sich innerhalb von nur zehn Jahren ein Betrag in einer Größenordnung von 128 Milliarden Euro ergeben. Der Einlagensicherungsfonds wird derzeit nur mit 0,06 Prozent der Einlagen von Sparern versorgt.

Aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise wären solche Maßnahmen nur die logische Konsequenz. Man müsse die Einlagensicherung reformieren, denn lediglich 23 Milliarden Euro in ganz Europa wären zu wenig Schutz.

Die Zustimmung der Mitgliedsstaaten, die Höhe der Einlagensicherung zu harmonisieren und das Verfahren der Entschädigung von Kunden zu verbessern, soll nach Diplomatenkreisen möglich sein. Die EU-Kommission plane wohl eine Entschädigung von Kunden binnen einer Woche. Diesen kurzen Zeitraum halten die EU-Länder für überzogen und utopisch. Die diplomatischen Kreise beziehen sich dabei auf die Bedenken der Regierungen, dass bei einer schrittweise Anhebung des minimalen Schutzes von Spareinlagen auf 100.000 Euro das Verfahren zur Entschädigung Monate dauern würde.

Die Banken fürchten eine Explosion der Kosten, sollten die Pläne der EU-Kommission durchgesetzt werden. Der Vorstand des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken, Gerhard Hoffmann sagte, dass man die europäischen Geldinstitute nicht mit übermäßigen Beiträgen zu Systemen der Sicherung belasten dürfe. Damit würde die Wettbewerbsfähigkeit mit US-amerikanischen Banken geschwächt. Aus Kreisen der Privatbanken war von einem Banker zu hören, dass die EU-Kommission aufpassen müsse, nicht zu überdrehen.

(Quelle: Frankfurter Rundschau)