close
EU-Auflage: LBBW muss seine Beteiligungen halbieren

EU-Auflage: LBBW muss seine Beteiligungen halbieren

Aufgrund der Hilfen in Milliardenhöhe, die die LBBW in Anspruch genommen hat muss sie unzählige Beteiligungen abbauen.

Aus einem Beschluss zur Beihilfe der EU-Kommission geht hervor, dass die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) Tochterunternehmen in einem Wert von insgesamt 4,5 Milliarden Euro verkaufen muss. Damit würden ungefähr 50 Prozent der Werte veräußert, die als Buchwert derzeit an Beteiligungen vorhanden sind.

Unter anderem ist geplant, die Anteile an der DekaBank, die im Bereich der Fondsdienstleister tätig ist, zu verkaufen. Die LBBW hält derzeit 15 Prozent an der DekaBank und ist damit größter Eigner von Anteilen. Außerdem wird verlangt, dass sie ihre Beteiligungen an der Sparkassenholding und der Landesbausparkasse veräußern soll. In dem EU-Dokument sind insgesamt 14 Beteiligungen erwähnt, die die LBBW abbauen soll. Teilweise sind Beteiligungen schon verkauft worden. Die Quirin Bank wurde bereits abgegeben. Einen Zeitrahmen zum Abbau der einzelnen Beteiligungen gibt es derzeit nicht. Wenn durch eine Veräußerung ein Verlust entstehen würde, hat die LBBW bis zum Jahresende 2013 Zeit das Geschäft abzuschließen.

Ein Unternehmenssprecher der LBBW hat gesagt, dass man die Restrukturierungsmaßnahmen entsprechend umsetzen würde. Dafür, dass die LBBW staatliche Hilfen in Anspruch nehmen durfte hat die EU-Kommission zur Auflage gemacht, dass im Gegenzug bestimmte Beteiligungen verkauft werden. Die LBBW hat während der Finanzkrise von ihren Eigentümern, den Sparkassen, dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart insgesamt fünf Milliarden Euro erhalten. Darüber hinaus wurden in einer Höhe von 12,7 Milliarden Euro Garantien übernommen. Die EU hat davon 14,8 Milliarden Euro als Beihilfe bewertet.

Die LBBW hat in dem Dokument zugeischert, dass man innerhalb des neuen Geschäftsmodells und mit Hinblick auf die wirtschaftlichen Grundsätze, darauf achten würde sich an der Konsolidierung, die der Bund von den Landesbanken wünscht, zu beteiligen. Das Institut würde bis zum Jahresende 2012 keine Wettbewerber kaufen. Hans-Jörg Vetter, Chef der LBBW, ist allerdings der Meinung, dass man diesen Beitrag bereits geleistet hat. Denn die LBBW hat die finanziell angeschlagene SachsenLB übernommen.

(Quelle: Reuters)