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Ethische Geldanlage gesucht

Ethische Geldanlage gesucht

Vielen Menschen wird eine Geldanlage, die ethischen und moralischen Anforderungen folgt immer wichtiger. Thomas Jorberg, Sprecher des Vorstandes der alternativen GLS Bank, mahnte an, dass es im Finanzsystem derzeit noch keine tiefgreifenden Veränderungen gäbe. Jorberg fordert in einem epd-Gespräch, dass man die Größe von Banken beschränken solle und dass Leerverkäufe bestimmten Regelungen unterworfen werden müssen. Außerdem wäre es notwendig die Rohstoffmärkte zu regulieren sowie den Handel mit Kreditforderungen, die verbrieft sind. Es wäre nötig, das reine Spekulieren zu unterbinden.

Jorberg sieht gerade für Banken, wie die Bochumer GLS Bank künftig gute Chancen. Denn die Alternativ-Banken vergeben Kredite an kulturelle, soziale und ökologische Projekte. Er ist der Meinung, dass die Menschen bemerken, dass der Geldumgang, der lediglich renditeorientiert ist Probleme mit sich bringt, wenn man den ökologischen, sozialen und ökonomischen Bezug herstellen möchte. Ein großes Potential sieht Jorberg in den sieben bis zehn Millionen Deutschen, die ihre Anlagestrategie und ihr Konsumverhalten langfristig ändern wollen.

Die Finanzkrise hätte Konsequenzen mit sich gebracht, die noch nicht ausreichend seien, hier ist Deregulierung notwendig, zumindest was das klassische Bankgeschäft angeht. Jorberg gab weiter an, dass anscheinend der Druck auf die Banken noch nicht groß genug sei.

Die Finanzkrise würde sich jedoch nicht genauso wiederholen, spricht der Bankmanager seinen Kollegen doch eine gewisse Lernfähigkeit zu. Die Neuentdeckung der Banken seien jetzt die Rohstoffmärkte. Er befürchtet, dass es zu ähnlichen Blasen kommen könnte, wie das auf dem US-amerikanischen Immobilienmarkt im Jahr 2008 der Fall war. Die Grundlage der DAX-Entwicklung sei auch eine spekulative und keine realwirtschaftliche. Außerdem wäre global einfach zu viel Geld im Umlauf.

Die Art der Alternativbanken zu Arbeiten sei von der Finanzkrise bestätigt worden. Die Menschen würden jetzt dazu angehalten, nachdem das Verständnis dafür da sei, dass die Finanzbranche kompliziert ist und sie deshalb auch nur umsetzen sollten, was sie verstehen, weiß Jorberg. Das sollte die Grundlage des Handels im Kapitalbereich sein. Denn die Frage, nach der Verwendung des eigenen Geldes würde dann ganz schnell gestellt.
(Quelle: Evangelisch)