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Endlich: Chemiekalie Bisphenol A in Babyflaschen wird verboten!

Endlich: Chemiekalie Bisphenol A in Babyflaschen wird verboten!

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Lange hatte es gedauert, andere Länder haben längst strikte Verbote. Jetzt hat Ilse Aigner (CSU-Verbraucherministerin) zum 1. März diesen Jahres endlich die Chemikalie Bisphenol A (BPA) in Babyfläschen verboten.

Um wieder einmal den Unternehmern ihren Gewinn noch etwas zu gönnen, dürfen diese trotzdem noch bis 1. Juli 2011 die Fläschchen mit der gefährlichen Chemiekalie verkaufen, wenn sie vor dem jetzigen Stichtag produziert wurden. Andere Ländern haben dieses so wichtige BPA-Verbot schon sehr lange und auch viel strikter. Sie sind Deutschland, wo man offenbar immer noch Rücksicht auf Lobby-Interessen nimmt, weit voraus.

Der Stoff BPA ist seit langem äußerst umstritten, er ist ein Weichmacher in vielen herkömmlichen Produkten. BPA hat bereits gering dosiert Auswirkungen, die dem weiblichen Hormon Östrogen nahekommen. Der Hormonhaushalt wird gestört, es kann zu Unfruchtbarkeit beiderlei Geschlechts kommen. Das Diabetes-Risiko wird durch BPA ebenfalls erhöht. In Deutschland werden 400.000 Tonnen dieser gefährlichen Chemiekalie Jahr für Jahr verarbeitet, und zwar in Beschichtungen des Doseninneren, in Thermopapier für Kassenbons, auch in Plastikflaschen, Plastikgeschirr, Spielzeug und anderen Gegenständen des täglichen Lebens. Jeder Bürger hat daher zwangsläufig sehr häufig Kontakt mit BPA. Bisher wurde empfohlen, von Plastik- eben auf Glasflaschen umzusteigen.

Merkwürdigerweise sieht die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit keine gesundheitlichen Probleme durch BPA in Lebensmitteln, obwohl es Grenzwerte für Weichmacher gibt. Das kann aber keine Lösung sein für eine gefährliche Chemikalie, die sich im besonderen in Babyartikeln findet. Ein erster Schritt ist getan, es müssen weitere folgen. Es kann nicht sein, dass man auch hier die Lebensmittellobby wohl wieder einmal schützen will. Gewinnmaximierung geht offenbar vor Schutz!