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Elefantenhochzeit: Allianz und Wüstenrot kooperieren

Elefantenhochzeit: Allianz und Wüstenrot kooperieren

Die Allianz Dresdner Bauspar (ADB) in Bad Vilbel wird von der Wüstenrot & Württembergischen (W&W) Finanzgruppe aus Stuttgart gekauft. Alexander Erdland, Chef der Wüstenrot & Württembergischen landet damit einen riesigen Coup. Damit können die Vertriebskanäle stark erweitert werden, denn künftig ist es möglich Vertreter von Ergo und der Allianz für den Verkauf zu nutzen.

Die Commerzbank hatte erst im vergangenen Jahr die Dresdner Bank aufgekauft und mit ihr die ADB übernommen. Jetzt will man sich augenscheinlich vom Bausparsektor trennen. Damit kann die W&W ihr Vertriebsnetz entscheidend erweitern. Denn die im Bauspar- und Versicherungsgeschäft tätige Wüstenrot & Württembergische hat jetzt Zugang zu 170 Filialen der Oldenburgischen Landesbank, die eine Tochter der Allianz ist, und zu den 1.200 Filialen der Commerzbank. Insgesamt verfügt die W&W nun über weitere 10.000 Vertreter, die für die Allianz Beratungs- und Vertriebs AG arbeiten.

Die W&W hat angegeben, dass man über die Erweiterung des Geschäftszweigs ein Potenzial von 2,5 Milliarden Euro Neugeschäft im Bereich der Brutto-Bausparsumme generieren kann. Damit wird das Volumen des Neugeschäfts vom Konzern auf insgesamt 13,5 Milliarden Euro gesteigert. Verglichen mit dem Jahr 2006, als man begann die Geschäftsfelder neu zu strukturieren, stellt das eine Verdopplung dar.

Der Konzern hat im Jahr 2005 die Karlsruher Versicherung von der Münchener Rück gekauft. Hierüber war es möglich im regionalen Versicherungsmarkt die eigene Position entscheidend zu stärken. Die Victoria Bauspar wurde im Jahr 2009 zugekauft. Damit bekam die W&W Zugang zu den 600 Filialen der Hypo-Vereinsbank. Außerdem war hierdurch der Zugang zur Ergo-Versicherungsgruppe sichergestellt, die eine Tochter der Munich Re ist.

Die Commerzbank entspricht mit dem Verkauf der ADB einer Auflage der EU-Kommission, die ihr im Jahr 2009 einen entsprechenden Plan zu Teil werden ließ, nachdem die Commerzbank sich nach und nach von einigen Sparten trennen muss. Hintergrund ist die Inanspruchnahme des Bankenrettungsfonds Soffin. Die Commerzbank muss sich bis 2011 von weiteren Sparten trennen. Neben der Allianz Dresdner Bauspar AG stehen die Dresdner Van Moer Courtens S.A, Kleinwort Benson Private Bank, Dresdner VPV NV, Privatinvest Bank AG, Bankhaus Reuschel & Co. KG auf dem Verkaufsplan sowie die Eurohyp, die bis 2014 veräußert sein muss.