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Einzigartig und erstaunlich: Fidel Castro übt plötzlich Selbstkritik

Einzigartig und erstaunlich: Fidel Castro übt plötzlich Selbstkritik

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/iisg/4754678486/sizes/m/in/photostream/##IISG
Der kubanische Diktator erregte in einem Interview Aufsehen, nachdem er wörtlich sagte: „Das kubanische Modell funktioniert nicht mal bei uns“.

Nachlesen kann man diese – vielleicht altersbedingte Einsicht – jetzt in der neuen Ausgabe des amerikanischen Magazins „The Atlantic“.

Als Castro nach langer Krankheit vor drei Wochen seine erste Rede vor dem Volkskongress in Kuba hielt, sprach er davon nicht. Nur über die Bedrohung der Welt durch einen möglichen Konflikt der USA mit dem Iran. Seit seiner Notoperation im Jahr 2006 war er nicht mehr aktiv in Erscheinung getreten, nachdem er seinen Bruder Raúl zum Nachfolger bestellt hatte.

Nachdem der „Atlantic“-Autor Jeffrey Goldbergin der letzten Zeit viel über den Iran veröffentlicht hatte wurde er von Fidel Castro eingeladen. Bekannt wurde, dass bei diesem Treffen über drei Stunden über das Thema Iran gesprochen wurde. Als Goldberg Castro fragte, ob es sich noch lohne, das kubanische Modell zu exportieren kam dass die aufsehenerregende Äußerung des Ex-Chefs Kubas, dass das kubanische Modell nicht mal „bei uns“ funktioniere.

Auf Goldberg’s Nachfrage bei der Lateinamerikaspezialistin Julia Sweig, die ebenfalls anwesend war, sagte diese: „Er lehnt nicht die Ideen der Revolution ab“. Sie habe das als Anerkenntnis verstanden, dass der Staat unter dem kubanischen Modell einen zu großen Einfluss auf die Wirtschaft nehme.

In dem zehnstündigen Gspräch mit Goldberg bedauerte Castro offenbar auch seine damalige Haltung zur Raketenkrise von 1962 und zitiert ihn mit den Worten: . Nach allem, was er erlebt habe und heute wisse, „war es das alles nicht wert“. Er riet in diesem Gespräch sogar Ahmadinedschad (iranischer Präsident) den Holocaust nicht weiter zu leugnen. . Es sei der Sache des Friedens dienlicher, die Einmaligkeit der Geschichte des Antisemitismus anzuerkennen.