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Einkommensteuer könnte laut Experten drastisch gesenkt werden

Einkommensteuer könnte laut Experten drastisch gesenkt werden

Mögliche Steuersenkungen sind schon seit den ersten Koalitionsgesprächen zwischen schwarz/gelb ein Thema.

Jetzt fordern Wirtschaftsexperten den Finanzminister heraus. Sie sagen, dass mögliche Steuerentlastungen für Bürger und Unternehmen finanzierbar sind. Dabei haben die Experten berechnet, dass bis 2016 bei niedrigen Steuersätzen 100 Milliarden Euro Entlastung möglich wären. Gegenüber der „Bild“ hat Steuerexperte Alfred Boss vom Kieler Institut für Wirtschaft (IfW) diese Prognosen abgegeben. Von Seiten der Union kam die Forderung nach Geduld bei Plänen zur Steuersenkung.

Neben der radikalen Senkung der Einkommenssteuer wäre es möglich mit einem neuen System für mehr Gerechtigkeit bei den Steuerbelastungen zu sorgen, sagte Boss. Aus seiner Sicht sollten die Steuerentlastungen durch den Abbau von Subventionen bei den Gemeinden, Ländern und dem Bund finanziert werden. Derzeit haben die bundesweiten Subventionen ein Volumen von ungefähr 140 Milliarden Euro. Beispielhaft führte er den Wegfall der Pendlerpauschale und den Abbau von Agrar- und Kohlesubventionen ins Feld.

Von Seiten der FDP war zu vernehmen, dass das eigene Konzept gar nicht so abwegig sei, ob der Zahlen des IfW, denn man würde mit einer Entlastung von 16 Milliarden Euro für die Bürger kalkulieren. Unionsvertreter haben Geduld eingefordert, wenn es um Steuerentlastungsprogramme geht. Das Konzept der FDP wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung, so Peter Altmaier, Fraktionsgeschäftsführer der Union. Erst wenn im Mai die Steuerschätzung vorliegt könne man sagen, ob dieser Schritt auch ausreichend wäre.

Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), wirft der FDP vor, dass sie kein Programm zur Konsolidierung vorlegen würde, wenn sie von Steuerentlastungsplänen sprechen würde. In der Wirtschaft würde fast niemand mehr mit tatsächlichen Steuersenkungen rechnen. Man wäre schon froh, wenn es nicht zu weiteren Steuererhöhungen käme.