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Einheitlicher Sachkundenachweis bei Versicherungsberatung

Einheitlicher Sachkundenachweis bei Versicherungsberatung

In Berlin hat der 11. Tag der Versicherungswirtschaft stattgefunden. Organisiert wird die Veranstaltung von der IHK Berlin in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK), dem Bundesverband der Assekuranz-Führungskräfte e.V. (VGA) und dem Verband Deutscher Versicherungsmakler e.V. (VDVM).

Dr. Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth, vorsitzender Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V., forderte in seiner Rede, dass für alle Berater die gleiche Anforderung bei der Qualifikation gelten müsse. Er erläuterte weiterhin, dass die Politiker aus Brüssel eine Offenlegung von Provisionen fordern und insbesondere bei Riester-Verträgen der Provisionsmissbrauch, der durch eine Umdeckung entsteht unterbunden wird.

Er sagte, dass besonders auf Europa-Ebene eine Zusammenarbeit der Versicherungs- und Verbraucherverbände denkbar wäre, um „intelligente Lösungen“ zu schaffen. Selbstverständlich gesteht er den Verbrauchern eine eigene Stimme zu. Allerdings brauchen gerade Verbraucher eine besondere Beratung. Jedoch sollte die Qualität der Beratung auch in der Breite stimmig sein und es müssten entsprechende Haftungen her, bei Personen die beraten, bekundete Fürstenwerth.

In einer anschließenden Diskussion stand Lars Gatschke, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) zur Verfügung. Er sagte, dass man nicht einmal im Ansatz soweit kommen könnte, flächendeckend eine Honorarberatung anzubieten. Gatschke sagte weiter, dass es gar nicht die Kapazitäten dafür geben würde. Man sei für die klare Trennung zwischen Vermittlung und Beratung. Er hätte allerdings nicht verstanden, dass die Beratung beim Vermittler kostenfrei ist.

Die Frage nach der Qualifikation der Verbraucherschützer, im Bereich der Beratung, beantwortet er mit ausreichender Qualifikation, die der Versicherungsvermittler-Richtlinie entspricht. Zumindest, was die vier Berater bei der Verbraucherzentrale Berlin angeht. Vom VZBV gehen selbst keine Verbraucherberatungen aus, er kümmert sich viel mehr um Fortbildungsmaßnahmen.

Gatschke verkündete, dass die sogenannte Kurzberatung 50 Euro kosten würde. Unter Kurzberatung versteht die Verbraucherzentrale Berlin eine Beratung, die sich um ein Produkt dreht. Wenn der Verbraucher eine Gesamtberatung wünscht, würde diese 150 Euro kosten und kann bis zu zwei Stunden dauern. Er rechtfertigte die Kosten mit oft anfallenden Büroarbeiten, da viele Verbraucher unsortierte Vertragsunterlagen mitbringen würden. Zum Thema Haftungsfragen halte man sich an das allgemeine Zivilrecht.

Fürstenwerth sagte zu dem Bereich der Offenlegung von Provisionen, dass dies lediglich dazu dienen würde die Neugier der Verbraucher zu befriedigen. In keiner Weise würde ein solcher Schritt weiterhelfen. Dennoch sollten die Verbraucher über die entstehenden Gesamtkosten in Kenntnis gesetzt werden, in der Form, dass eine echte Vergleichbarkeit möglich ist.

Die Europäische Kommission in Brüssel wird wahrscheinlich die Offenlegung von Provisionen einführen. Fürstenwerth befürchtet, dass dadurch eine Neiddiskussion ausgelöst wird.

Michael H. Heinz, BKV-Präsident, sagte dazu, dass es in keinem Berufsstand eine Provisionsoffenlegung geben würde. Solche Maßnahmen würden nur ein Geschachere auslösen. Sollte dann auch noch das Abgabeverbot für Provisionen fallen, befürchtet er so manchen kleinen Vermittler in Hartz IV zu sehen.

(Quelle: Versicherungsjournal)