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Dreikönigstreffen: Heile Welt, Einigkeit und Stärke – das Hohelied der FDP – ein irrealer Traum

Dreikönigstreffen: Heile Welt, Einigkeit und Stärke – das Hohelied der FDP – ein irrealer Traum

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Auf ihrem Dreikönigstreffen in Stuttgart rückt die FDP eng zusammen und demonstriert Einigkeit, heile Welt und Kampfeslust. Was bleibt ihr auch anderes übrig. Sie singt das Hohelied des Erfolgs.

Parteichef Guido Westerwelle zeigt sich kämpferisch wie in seinen ersten Regierungstagen. Auch das war erwartet worden, aber ob es in der Bevölkerung „draußen“ ankommt ist sehr fraglich. Man kennt ihn ja so und hatte ihm schon vor einem Jahr dafür eine Abfuhr erteilt.

Er spricht davon, dass es Deutschland mit den Liberalen besser gehe. Ja, den Liberalen selbst sicherlich, aber Deutschland? Weiter spricht er davon, dass die Regierungsentscheidungen zu wirken beginnen. Ja natürlich, das sieht man.

Es gibt wesentlich mehr Demonstrationen als jemals zuvor die letzten Jahre. Die Strompreise sind gestiegen, den Gemeinden und Kommunen geht es schlechter denn je und der Streit zwischen der Regierungskoalition war groß wie nie zuvor. Das sind die Erfolge, die die Liberalen in Stuttgart vertreten. Man muss aber anerkennen, der Wirtschaft geht es sehr gut zur Zeit. Nur das ist tatsächlich kein Erfolg der Liberalen.

Und zum Schluss auch noch: Deutschland verdient mehr. Auch das stimmt. Es verdient eine solche Regierung und einen solchen Parteichef eben nicht, es verdient mehr, da hat der Außenminister und FDP-Chef einmal mehr recht, nur nicht in seinem Sinne! Und Generalsekretär Lindner räumt wenigstens einmal ehrlich ein, dass seine Partei in der Krise stecke. Aber aus Bewährungsproben sei man gestärkt hervorgegangen. Jawohl, zumindest in den Wahlprognosen sank die FDP immer stärker nach unten, auch da hat der FDPler wieder recht. Allerdings nicht so wie er das versteht.

Zum Schluss noch die Rüge Westerwelles: Zu viele Politiker fragen sich, wie ihre Maßnahmen ankommen. Wieso erteilt er diesen Politikern eine Rüge? In einer Demokratie sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, über die vereinbarten Maßnahmen nachzudenken. Schließlich wählt das Volk immer noch die Parteien und die sind einzig und allein dazu da, den Volkswillen umzusetzen. Und nicht, wie in der Vergangenheit bei Schwarz-Gelb geschehen, einer kleinen Minderheit zu dienen, Lobbyisten zu befriedigen und sich bei einigen Wenigen Lorbeeren zu verdienen. Diese Stimmen reichen sicherlich nicht bei den nächsten Wahlen.