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Dramatische Proteste in Libyen – Tote, Verwüstungen, Eskalation

Dramatische Proteste in Libyen – Tote, Verwüstungen, Eskalation

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/blatantnews/3950958519/sizes/m/in/photostream/##BlatantNews.com
Die Lage in Libyen, jetzt auch in Tripolis spitzt sich weiter zu, sie eskaliert in unvorstellbarem Ausmaß. Seit letzter Nacht gab es nach Angaben von Angestellten der Krankenhäuser mehr als 60 Tote. Zudem wird scharf geschossen.

Tausende Demonstranten haben sich wieder auf dem“Grünen Platz“ in Tripolis versammelt nach Meldungen des arabischen Senders Al Yazeera. Die Lage ist völlig unübersichtlich.

Ganz wenige Bilder und Informationen gibt es überhaupt von den Protesten, da Gaddafi strikt alles kontrolliert und gesperrt hat, was über die schweren Unruhen an die Öffentlichkeit gelangen könnte. Mittlerweile soll das Gebäude des Innenministers brennen, es steigt Rauch auf. Auch Gebäude des Staatsfernsehens und einige Polizeistationen sollen in Brand gesetzt worden sein. Fast alle Geschäfte seien geschlossen.

Einer der Söhne Gaddafis, Saif al islam sagte in einer Fernsehansprache, dass es einige historische Reformen geben würde. Weiterhin warnte er vor einem Bürgerkrieg. Dann kam der Satz: . „Wir werden weiterkämpfen bis zum letzten Mann, selbst bis zur letzten Frau“. Da fragt man sich natürlich, welche Reformen denn gemeint sein könnten und ob es tatsächlich Ernst damit werden könnte. Das scheint sehr zweifelhaft augenblicklich.

Die schweren Ausschreitungen sorgen gerade in der westlichen Welt für erhebliche Unruhen. Immerhin hat das früher als „Schurkenstaat“ verurteilte Land nur wegen seiner reichen Ölvorkommen den Weg aus der Isolierung geschafft und viele Handelsbeziehungen aufgebaut. 95 Prozent der Öl-Exporte speisen die Einnahmen der libyschen Wirtschaft. Deutschland steht an zweiter Stelle der Abnehmer für Öl aus Libyen mit 12,8 Prozent.

Das Auswärtige Amt und Außenminister Westerwelle haben deutschen Staatsbürgern, die sich noch in Libyen aufhalten, jetzt dringend zur Ausreise geraten. Es sei für Deutsche gefährlich, sich wegen der Aufstände weiter im Land aufzuhalten.