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DIW: Arme verarmen, Reiche immer reicher

DIW: Arme verarmen, Reiche immer reicher

In Deutschland wird die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer. Durch die wachsende Kluft scheint das Land vor einer Destabilisierung zu stehen, so das Ergebnis einer Studie, die über einen langen Zeitraum vom Jahr 2000 bis 2009 erhoben wurde. Hintergrund war die Betrachtung der Verteilung der Einkommen in Deutschland.

Die Studie wurde vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) durchgeführt. Die Zahl von Armen und Reichen ist seit dem Jahr 2000 deutlich angestiegen. Die Mittelschicht wird immer weiter ausgedünnt.

Martin Gornig und Jan Geobel, Experten des DIW, wissen, dass diese Entwicklung die Mittelschicht verunsichert. Allerdings brauche eine stabile Gesellschaft eine starke Mittelschicht. Zur Mittelschicht Deutschlands gehörten der Studie nach im vergangenen Jahr 60 Prozent. Das Nettoeinkommen dieser Schicht bewegt sich zwischen 860 bis 1.844 Euro je Monat. Im Jahr 2000 waren es noch 64 Prozent. Die Zahl der Menschen mit einem niedrigen Einkommen ist um vier Prozentpunkte von 18 auf 22 Prozent im selben Zeitraum angestiegen. Das durchschnittliche Einkommen lag bei dieser Gruppe bei 645 Euro und ist demnach seit dem Jahr 2000 um 35 Euro gesunken.

Personen, die in Deutschland ein höheres Einkommen erzielen, haben ein Plus von 300 Euro zu verzeichnen. Hier ist der Wert von 2.400 auf 2.700 Euro angestiegen. Die Forscher haben als einen der Hauptgründe angegeben, dass die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt maßgeblichen Einfluss auf diese Zahlen hat.

In diesem Zusammenhang kritisiert Goebel das gerade auf den Weg gebrachte Sparpaket der Bundesregierung. Die Ausgaben sollen in den kommenden vier Jahren um 80 Milliarden Euro gesenkt werden. Besonders in den Bereichen Hartz IV und Elterngeld wird der Rotstift angesetzt. Durch die Streichungen, so Goebel, wären hauptsächlich die unteren Einkommen betroffen, nicht aber die Reichen.